Frage des Monats
23.10.2015

"Geradezu Skandalös"

foto: privat
Professor Uwe Leprich

„Müssen die Atomrückstellungen in öffentliche Hand?", lautet im Oktober die Frage des Monats von BIZZ energy today. Prominente Energieexperten haben geantwortet.
Lesen Sie hier die Antwort von Professor Uwe Leprich, Leiter des Saarbrücker Instituts für Zukunftsenergiesysteme.

 

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Die Atomrückstellungen haben bei den betroffenen Unternehmen bislang zu Innenfinanzierungsvorteilen von weit mehr als 50 Milliarden Euro geführt. Nicht zuletzt dieses Geld ermöglichte den vier großen Energiekonzernen in Deutschland Anfang des letzten Jahrzehnts den Kauf sämtlicher Stadtwerke- und Regionalversorgeranteile, die sie bekommen konnten, bis ihnen das Bundeskartellamt 2003 schließlich weitere Zukäufe verwehrte. Es ist geradezu skandalös, wie selbstverständlich die Europäische Kommission und die deutsche Bundesregierung diese gravierende langjährige Wettbewerbsverzerrung hingenommen haben, während auf der anderen Seite jedes Kleinst-Stadtwerk abgewatscht wurde, wenn es den Vertrieb nicht sauber genug von den Netzaktivitäten getrennt hatte. Kurzum: wettbewerbsneutrale Atomrückstellungen hätten zwingend schon immer in öffentliche Hände gehört, und das gilt auch heute noch. Der mitunter vorgebrachte Einwand, dass zumindest Eon und RWE einen solchen Aderlass nicht überleben würden, trägt solange nicht, wie noch umfangreiche Beteiligungen an Stadtwerken und Regionalversorgern verkauft werden können. Da sich die Zeit großer Energiekonzerne ohnehin dem Ende zuneigt, wäre dies für Städte und Kommunen zudem eine Risikominderungsstrategie, die lokale und regionale Gestaltungsspielräume eröffnen könnte.

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Die Antwort von Joachim Pfeiffer, Wirtschafts- und Energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, lesen Sie hier. 

 

 
 
 
Uwe Leprich
Keywords:
Uwe Leprich | Frage des Monats | Atomrückstellungen | Energieversorger | öffentliche Hand
Ressorts:

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