Zum Auftakt der Konferenz mit insgesamt 40.000 Teilnehmern sind 151 Staats- und Regierungschefs angereist, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama. Kanzlerin Merkel wird am Montagnachmittag zu einem Treffen mit UN-Sekretär Ban Ki-moon und anderen Regierungschefs auf dem Konferenzgelände Le Bourget erwartet. 

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks verbreitet Zuversicht

Am Wochenende vor dem Konferenzbeginn gibt sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) zuversichtlich. Von Paris solle eine Signalwirkung ausgehen, sagt sie während der Reise im von der Deutschen Bahn gestellten Sonderzugs „Train to Paris“. Mit an Board ist auch ihr Staatssekretär Jochen Flasbarth. Der ist „nahezu sicher“, dass die UN-Mitgliedsstaaten am Ende einen Klimavertrag unterzeichnen – als Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll (siehe Klima-Glossar).

Der Erfolg des Gipfels wird sich auch an den Regeln von globalen Klimaschutzprojekten messen. 2009 haben die Industrieländer auf dem Klimagipfel in Kopenhagen den Schwellen- und Entwicklungsländern ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar zugesagt. Im vergangenen Jahr 2014 kamen 62 Milliarden Dollar zusammen. Am Montag könnte sich zeigen, wie die noch vorhandene Lücke geschlossen werden soll. Umweltministerin Hendricks erwartet zum Auftakt des Gipfels von dem „ein oder anderen“ Regierungschef weitere finanzielle Zusagen. „Das haben die sich bis jetzt aufgehoben.“ 

Die Divestmentbewegung gewinnt an Schwung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war bereits im Mai beim Petersberger Klimadialog in Berlin vorgeprescht und hatte eine Verdopplung der Klimazusagen aus dem Bundeshaushalt von zwei auf vier Milliarden Euro versprochen. Weitere sechs Milliarden sollen von privaten Investoren kommen. Ingesamt soll die Bundesrepublik also nach Merkels Plänen zehn Prozent der zugesagten Gelder stellen.

Nicht nur von solchen Versprechungen soll eine Signalwirkung ausgehen. „Das Verhalten der Finanzmärkte sendet starke Signale an die anderen ökonomischen Player weltweit“, glaubt Hendricks. Deshalb begrüßt sie die jüngste Ankündigung der Allianz, nicht mehr in Unternehmen zu investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle verdienen. „Die Dekarbonisierung ist in den entscheidenden Institutionen angekommen“, glaubt auch Dirk Messener, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, der ebenfalls im Sonderzug nach Paris sitzt. 

Branchenkenner vermuten, dass weitere Investoren nachziehen werden – insbesondere im Umfeld des Pariser Klimagipfels. Der garantiert für solch einen Schritt mediale Aufmerksamkeit. 

 
Die Deutsche Delegation (v.l.) mit Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, Chefverhandler Karten Sach, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Staatssekretär Jochen Flasbarth vor der Abfahrt nach Paris am Berliner Hauptbahnhof. (fotos: flickr/ CC; jk)