CCS

In Deutschland ist „Carbon Capture and Storage“ (CCS) vorläufig gescheitert. Gegen das Vorhaben, Kohlendioxid aus Kraftwerksgasen abzuscheiden und in unterirdische Lager zu pressen, regte sich früh erheblicher Widerstand. Klimaforscher Mojib Latif befürchtet, CCS bremse die Investitionen in Erneuerbare Energien und die Entwicklung alternativer Energiesysteme (hier lesen). Auch die Politik stellte alle Lichter auf rot, vergangenes Jahr ging deshalb die Versuchsanlage von Vattenfall beim Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe außer Betrieb. Der Konzern gab sein Wissen nach Kanada weiter, wo nach wie vor Interesse an CCS besteht – genau wie in der EU. Dort werden insbesondere CCU-Projekte gefördert, bei denen das CO2 nicht unterirdisch eingelagert wird, sondern in Industrieprozessen weiterverwendet werden kann. „U“ steht für „Zusage“. Auch der deutsche Industriekonzern Linde ist an CCU-Projekten beteiligt.

 

CO2-Äquivalente

Damit die Treibhausgase und ihre Klimaauswirkungen vergleichbar sind, werden sie in der Regel auf Kohlenstoffdioxid normiert. Neben CO2 zählen beispielsweise Methan oder Lachgas zu den klimaschädlichen Gasen. Methan hat die 25-fache Wirkung von CO2, bleibt aber nur neun bis 15 Jahre in der Atmosphäre; CO2 bis 120 Jahren. Experten sprechen auch vom Global Warming Potential (GWP), dem Treibhauspotential einer bestimmten Substanz.