Kernkraft
16.09.2015

GLS-Bank: Atomausstieg offenbar teurer als gedacht

Foto: Martin Steffen
GLS Vorstände Thomas Jorberg (l.) und Andreas Neukirch

Gesamtrückstellungen von 84 Milliarden Euro stehen nur kurzfristig liquide Mittel von 18 Milliarden Euro gegenüber.

 

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Der Staat wird vermutlich für den Rückbau der Kernkraftwerke und die Entsorgung des Atommülls zahlen müssen. 

Angesichts hoher Gesamtverpflichtungen sei es schleierhaft, „wie die drei Konzerne die finanziellen Verbindlichkeiten meistern wollen“, schreibt GLS-Vorstandssprecher Jorberg. Nach Berechnungen der GLS stehen den Gesamtrückstellungen der Versorger Eon, EnBW und Eon in Höhe von 84 Milliarden Euro nur liquide Mittel von 18 Milliarden Euro gegenüber.

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Damit übertrifft Jorberg noch die Ergebnisse einer Studie der Berliner Kanzlei Becker Büttner Heid im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums, die mit einer Lücke von mehr als 30 Milliarden Euro rechnen.

Jorberg begründet seine Einschätzung unter anderem mit den hohen Pensionsverpflichtungen der Konzerne gegenüber früherer Mitarbeiter. 

Zudem weist der Vorstandssprecher auf die in den Bilanzen zu Grunde gelegten Abzinsungssätze hin: Für die Entsorgung von radioaktivem Material und den Kraftwerksrückbau veranschlagen Eon, EnBW und RWE einen Satz von 4,7 Prozent. Die Pensionen sind lediglich mit einem Zinssatz von zwei Prozent abgezinst – weniger als die Hälfte des Abzinsungssatzes für die Atomrückstellungen. „Eine Begründung dafür findet sich in den veröffentlichten Konzernjahresabschlüssen nicht“, so Jorberg.

 

 

 

Jana Kugoth
Keywords:
GLS-Bank | Atommüll | Endlagersuche | Rückbau | Rückstellungen | Eon | EnBW | RWE | Energiekonzerne
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