Schwarmfinanzierung
04.12.2017

GLS-Crowd will 2018 Projektvolumen verdoppeln

Foto: Creative Commons
Eingang der GLS-Bank in Bochum. Die Bank ist über eine Tochter in Frankfurt auch im Crowdfunding aktiv.

Die Crowdfundingplattform der sozial-ökologischen GLS-Bank hat im Gründungsjahr 2017 die Erwartungen übertroffen und will weiter wachsen. Per Schwarm finanziert wurden acht Projekte – darunter vier aus dem Energiesektor.

Die Crowdfunding-Welle hat 2017 Deutschland erfasst: Wie das Berliner Informationsportal Crowdfunding.de ermittelt hat, wurden bereits in den ersten elf Monaten des Jahres 2017 Projekte mit einem Volumen von knapp 160 Millionen Euro über die verschiedenen Plattformen vermittelt – ein Plus von 170 Prozent. Die sozial-ökologisch orientierte GLS-Bank aus Bochum, die mit der GLS-Crowd als bislang einzige Deutsche Bank seit Anfang 2017 eine eigene Plattform für Schwarmfinanzierungen betreibt, berichtet ebenfalls von starker Nachfrage seitens anlagesuchender Privatanleger.

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Die GLS-Crowd kommt in ihrem Gründungsjahr auf acht Projekte mit einem Volumen von 3,5 Millionen Euro. Darunter befinden sich zur Hälfte Energieprojekte wie ein ganzheitliches Energiekonzept für Mehrfamilienhäuser, ein Bürgerwindpark, ein Solarpark und die Finanzierung eines Herstellers von Kleinwindanlagen.

 

Volumen gesetzlich gedeckelt

 

Axel Schmidt, als Projektleiter bei der GLS-Bank für die Projektauswahl zuständig, bestätigte gegenüber bizz energy, dass seine Abteilung 2018 personell verstärkt das Finanzierungsvolumen auf über neun Millionen Euro erhöhen will, und zwar mit mehr und größeren Projekten.

 

Die gesetzliche Obergrenze für die vergleichsweise unbürokratischen Crowdfinanzierungen liegt in Deutschland bei 2,5 Millionen Euro je Projekt. Erst darüber hinaus gelten die umfassenderen Bestimmungen und Prospektvorschriften für die Emission nachrangiger Anleihen. Die Projekte der GLS-Crowd haben sich bisher zwischen 250.000 bis 600.000 Euro belaufen. Wie Schmidt sagt, soll auch künftig ein Schwerpunkt auf der Finanzierung von Energie- und Klimaschutzprojekten liegen. Damit unterscheidet sich die GLS-Crowd vom Gesamtmarkt, der seit drei Jahren vor allem durch Immobilienfinanzierung von Rekord zu Rekord stürmt.

 

Crowdfinanzierung birgt Risiken

 

Kritiker befürchten, dass viele Privatanleger vor allem die hohen Renditeversprechen von bis zu zehn Prozent vor Augen haben, aber die Ausfallrisiken der unbesicherten und nachrangigen Schuldverschreibungen und Anleihen ausblenden.

 

Wie der Betreiber der Informationsseite Crowdfunding.de, Michel Harms, mitteilt, sind seit Beginn seiner Aufzeichnungen Anfang 2011 mehr als 600 Projekte mit einem Umfang von 310 Millionen Euro in Deutschland finanziert worden, darunter 23 Millionen für Energieprojekte, 97 Millionen Euro für Unternehmens- oder Startup-Finanzierungen und 188 Millionen Euro für Immobilienprojekte. 82 Prozent dieser Privatinvestitionen befinden sich noch in der Rückzahlungsphase. 6,7 Prozent der Forderungen gelten dagegen als verloren oder zumindest unklar. Harms sagt, dieser geringe Wert sei noch nicht aussagekräftig, da sich die Solidität der meisten Projekte erst am Ende der Rückzahlungsphase offenbare.

Thomas Bauer
Keywords:
Crowdfinanzierung | GLS-Bank
Ressorts:
Finance

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