Kraftstoffe
07.10.2016

Grüner Wasserstoff für Dieselproduktion: Uniper und BP loten Zusammenarbeit aus

Foto: BP
BP prüft den Einsatz von grünem Wasserstoff bei der Kraftstoffproduktion.

Im niedersächsischen Lingen wollen die Energie-Dinos den Einsatz von grünem Wasserstoff bei der Erzeugung von Benzin erproben – und dafür eine Power-to-Gas-Anlage entwickeln.

BP erwägt den Einsatz von grünem Wasserstoff bei der Kraftstoffherstellung. Dafür soll am Standort Lingen in Niedersachsen eine Power-to-Gas-Anlage entwickelt und geprüft werden. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben der Mineralölriese und die Eon-Tochter Uniper am Donnerstag unterzeichnet.

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Bislang setzt BP für die Entschwefelung von Diesel auf Wasserstoff aus Erdgas. Dieser könnte künftig durch sogenannten grünen Wasserstoff ersetzt werden. Per Elektrolyse wird dazu Wasser mit überschüssigem Ökostrom in Wasserstoff umgewandelt. Das könnte laut BP und Uniper die Emissionen bei der Benzin- und Dieselproduktion um bis zu 90 Prozent senken.

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Dass eine solche Anlage tatsächlich zum Einsatz kommt, knüpft BP-Geschäftsführer Peter Brömse jedoch an eine Bedingung: Es müssten bald die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche Nutzung von regenerativ erzeugtem Wasserstoff im Raffinerieprozess geschaffen werden, fordert er. Gemeint ist damit die Anrechnung der bei der Benzinproduktion eingesparten Treibhausgase auf die Biokraftstoffquote. Bislang können die durch den Einsatz von grünem Wasserstoff erzielten CO2-Einsparungen nicht angerechnet werden.

 

Energie-Dinos suchen nach neuen Geschäftsmodellen

Für die auf konventionelle Energieträger fokussierte Sparte des Eon-Konzerns wäre die neue Power-to-Gas-Anlage nicht die erste dieser Art. Im brandenburgischen Falkenhagen und in Hamburg betreibt Uniper bereits zwei Elektrolyseure. Dort wird der erzeugte Erneuerbaren-Wasserstoff in das Hamburger Erdgasverteilnetz eingespeist. Damit könnte der Energieriese seinen Kunden anteilig grünes Gas anbieten – und seine CO2-Bilanz aufpolieren.

Auch BP und andere Mineralölriesen bauen ihre Wasserstoffsparte stetig aus.  Die BP-Konkurrenten Shell und Total setzten ihre Expertise aus dem Öl- und Gasgeschäft zum Bau neuer Wasserstoff-Tankstellen ein. Shell betreibt laut der Initiative CEP bereits vier Tankstellen dieser Art, Total sogar acht.

Bis zu 400 Stück wollen die beiden Konzerne gemeinsam mit weiteren Projektpartnern bis 2024 in Deutschland errichten – und sich damit für die EU-Kraftstoffrichtlinie rüsten, nach der bis zum Jahr 2020 der Anteil der Erneuerbaren am Kraftstoffmarkt in den Mitgliedsstaaten auf zehn Prozent steigen soll.

Die Öl- und Gasmultis setzten mit Blick auf die von der Bundesregierung forcierte Umstellung von konventionellen Antrieben auf Autos mit Elektromotor auf die Brennstoffzelle anstatt die Batterie. „Wir gehen davon aus, dass dieser alternative Antrieb ab den zwanziger Jahren in Märkten wie Deutschland, England, Benelux und den USA eine immer größere Rolle spielt“, prognostiziert Shell-Deutschlandchef Stijn van Els.

 

Jana Kugoth
Keywords:
BP | Uniper | Grünstrom | grüner Wasserstoff | Elektrolyse | Emissionen | Kraftstoffe | Biokraftstoffquote
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