Silicon Valley
09.08.2016

Grünes Licht: Apple darf Ökostrom verkaufen

Rob Pongsajapan

Eigentlich bekannt als Erfinder von iPhone und iMac, könnte Apple jetzt in den US-Energiemarkt einsteigen. Soeben hat der Konzern von der US-Regulierungsbehörde FERC die Genehmigung erhalten, überschüssigen Ökostrom aus den eigenen Solaranlagen weiterverkaufen zu dürfen.

 

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Apple geht unter die Energiefirmen. Der Konzern darf seinen selbst produzierten Grünstrom aus diversen Anlagen in den USA weiterverkaufen. Einen entsprechenden Antrag hat die US-Regulierungsbehörde Federal Energy Regulatory Commission (FERC) vor wenigen Tagen genehmigt, wie der Nachrichtendienst Bloomberg Markets berichtet.

Mit der Genehmigung stimmt die FERC der Argumentation des iPhone-Herstellers zu, als Energieunternehmen zu klein zu sein, als dass es die Marktpreise beeinflussen könne.

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Schon seit Längerem engagiert sich Apple-Chef Tim Cook für den Klimaschutz. Alle hauseigenen Rechenzentren sowie die Niederlassungen in 23 Ländern, darunter in den USA, Deutschland und China, werden schon vollständig mit Erneuerbaren-Strom betrieben. In den USA unterhält der Internetriese dafür eigene Solarfarmen.

Laut Antrag soll der Ökostrom, den der Konzern selbst nicht nutzt, über die im Juni gegründete Tochterfirma Apple Energy LLC zu marktbasierten Preisen an Privatunternehmen verkauft werden.

 

Schwerpunkt Solarstrom

In den US-Bundesstaaten Nevada, North Carolina und Arizona besitzt Apple nach eigenen Angaben drei Solaranlagen mit insgesamt 140 Megawatt (MW).

Weitere 130 Megawatt soll das neue Flats Solar Projekt im kalifornischen Monterey County liefern. Betrieben wird die Anlage von der US-Solarfirma First Solar, Apple hat sich für 25 Jahre zur Abnahme der erzeugten Energie verpflichtet. Das Projekt soll genug Strom für rechnerisch knapp 60.000 Haushalte in Kalifornien liefern.

Auf dem geplanten neuen gigantischen Campus 2 in Kalifornien, dessen Fertigstellung 2017 erwartet wird, sind außerdem zwei Solaranlagen mit 18 MW geplant und sogar ein eigenes Erdgaskraftwerk.

„Wenn ein Unternehmen seine eignen Erzeugungsanlagen besitzt, möchte es auch in der Lage sein, seinen eigenen Strom zu verkaufen“, zitiert Bloomberg Markets Kit Konolige, Analyst bei Bloomberg Intelligence. „Die Entwicklung steht für einen sich verstärkenden Trend, der bei Energieversorgern die Nachfrage nach Strom schrumpfen lässt.“

 

Grünstrom-Trend im Silicon Valley

Im Silicon Valley experimentieren auch die IT-Riesen Google und Microsoft mit Ökostrom und Projekten zum Energiesparen. Google hatte bereits 2010 ähnliche Rechte wie jüngst Apple erworben. Im Juni vergangenen Jahres kaufte der Suchmaschinengigant außerdem zwei Windparks in Schweden und Norwegen und hat jüngst einen Algorithmus zum Energiesparen in Rechenzentren entwickelt.

Microsoft will den Energiebedarf von Rechenzentren senken, indem sie an Standorte unter Wasser verlegt werden. Die Kühlung solcher Anlagen verschlingt bis zu einem Drittel des gesamten Energieverbrauchs. Das kühle Nass soll diesen Anteil senken.

 

 

 

 

 

 

Die Redaktion
Keywords:
Apple | Ökostrom | Nevada | Kalifornien | Campus 2 | Solarstrom | Microsoft | Google
Ressorts:
Markets

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