Klimafonds
02.12.2015

Green Climate Fund: Aller Anfang ist schwer

foto: GCF
Fonds-Chefin Héla Cheikhrouhou

Auf der UN-Klimakonferenz haben Geberländer in den ersten Tagen zwar eine Reihe von finanziellen Zusagen zur Klimafinanzierung gemacht. Doch ausgerechnet der von den G7-Staatschefs in den Fokus gerückte Green Climate Fund ist dabei bislang fast leer ausgegangen.

Seite 1Seite 2nächste Seite

Während der ersten Tage der Klimakonferenz in Paris waren einige Staats- und Regierungschefs spendabel. Deutschland sagte beispielsweise 50 Millionen Euro für die Klimafinanzierung der ärmsten Länder zu (hier lesen). Das Geld fließt in einen dafür vorgesehenen UN-Fonds. In den erst 2010 im mexikanischen Cancun gegründeten Green Climate Fund (GCF) ist bislang jedoch wenig zusätzliches Geld geflossen. Kleine Beträge kommen aus Vietnam mit einer Millionen US-Dollar, Bulgarien hat 100.000 US-Dollar angekündigt. Das ist verschwindend wenig im Vergleich zu jenen insgesamt 100 Milliarden US-Dollar, die ab 2020 nach den Plänen der führenden Industrienationen jährlich in Klimaprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern fließen sollen.

Anzeige

Anzeige

Fonds-Chefin Héla Cheikhrouhou verbreitet dennoch Zuversicht:  „Wir begrüßen die Zusagen aus Vietnam und Bulgarien“, sagte sie im Gespräch mit BIZZ energy today. „Vor allem die Tatsache, dass mit Vietnam ein weiteres Entwicklungsland in den Fonds einzahlt, hat hohe symbolische Bedeutung." Das zeigt in der Tat: Die alten Grenzen zwischen Geber- und Nehmerländern verschieben sich.

 

Afrika fordert „adäquate Mittel“

Der große Wurf sind die neuen Zusagen allerdings nicht. Die Regierungschefs von Entwicklungs- und Schwellenländern erwarten mehr. So nutzte Senegals Präsident Macky Sall seine Einführungsrede in Paris. Darin rief er dazu auf, dem GCF „adäquate Mittel“ zur Verfügung zu stellen. Nur so könne Afrika sich den Folgen des Klimawandels stellen und den Technologietransfer für den Bau von Erneuerbaren-Anlagen managen (ein Video seiner Rede auf Französisch sehen Sie hier).

Auch Klimafonds-Chefin Cheikhrouhou betont: „Der Finanzbedarf der Entwicklungsländer ist hoch.“ Sie glaubt, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. „Wir erwarten im Laufe der Konferenz weitere finanzielle Zusagen.“

 

Die ersten acht Projekte sind genehmigt

Mit den im GCF eingezahlten Mitteln sollen je zur Hälfte Projekte zur Klimaanpassung und -bekämpfung in Schwellen- und Entwicklungsländern finanziert werden. Ende November hatte das GCF-Bord nach fünf Jahren Vorbereitung in Sambia die ersten acht Projekte verabschiedet (hier lesen). Das sei der bisher „größte Erfolg“ des Fonds, sagt dessen Chefin, die in Paris diese ersten Projekte präsentiert.

Insgesamt investiert der Fonds 168 Millionen US-Dollar in die acht konkreten Vorhaben, die insgesamt weitere 1,3 Milliarden US-Dollar hebeln sollen. 

An einem dieser Pionier-Projekte ist auch die Frankfurter Förderbank KfW beteiligt. Für insgesamt 80 Millionen US-Dollar baut die Regierung von Bangladesch ab April 2016 an der Landesküste 45 neue Zyklon-Schutzbauten; 20 weitere werden „klimasicher“ saniert und sturmfeste Zugangsstraßen über eine Strecke von 80 Kilometer gebaut. Die Hälfte der dafür benötigten 80 Millionen US-Dollar kommt direkt aus dem Green Climate Fund.

Seite 1Seite 2nächste Seite
Keywords:
Green Climate Fund | Klimafinanzierung | Klimafonds | Deutschland | Angela Merkel | KfW | Paris | Klimagipfel
Ressorts:
Finance | Governance

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy Dezember 2017/Januar 2018

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort am Kiosk oder bei unserem Abonnentenservice unter (Mail:bizzenergy@pressup.de) sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Welche Stellschrauben können Sie drehen, um Ihren Bestandswindpark zu optimieren?
Mithilfe des interaktiven Datentools von bizz energy Research sehen Sie die Effekte auf den Netto-Cashflow.


Link zum Cashflow-Rechner von bizz energy Research