Seit 2011 hat  sich der Anteil von Palmöl im Biodiesel verdreifacht, teilte Greenpeace am heutigen Donnerstag mit. Der Anteil an Rapsöl ist hingegen gesunken. Bis zu sieben Prozent Biodiesel sind dem herkömmlichen Diesel-Kraftstoff beigemischt, so will es das Gesetz.

Die Mineralölunternehmen kaufen den Pflanzendiesel am Markt ein und mischen ihn dem fossilen Sprit bei. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation setzen sie dabei immer häufiger auf Biodiesel auf Basis von Palmöl. Dieser, in der Regel aus Indonesien importierte, Pflanzendiesel ist häufig billiger als heimischer Rapsöl-Sprit.

Das Problem: Für den Anbau der Ölpalmen werden laut Greenpeace riesige Flächen indonesischen Urwalds gerodet. Die häufig illegalen Brandrodungen zerstören nicht nur den Regenwald sondern führen zu einem hohen Ausstoß von schädlichem Kohlenstoffdioxid (CO2). „Biosprit löst keine Umweltprobleme, sondern schafft neue. Die EU muss den Einsatz von Biosprit deutlich begrenzen“, warnt Gesche Jürgens, Waldexpertin von Greenpeace. 

EU will weniger Biokraftstoffe

Tatsächlich weisen mehrere Studien der EU-Kommission auf die verheerenden Auswirkungen bestimmter  Biokraftstoffe hin, die häufig mehr Klimaschäden verursachen, als fossile Brennstoffe. Die Kommission will deshalb die durch den Anbau ausgelösten CO2-Emission in die Klimabilanz von grünen Kraftstoffen miteinbeziehen. Zu dem will die Behörde den Anteil von Biokraftstoffen der ersten Generation, also auf Basis von ganzen Pflanzen, einschränken. Stattdessen sollen Biotreibstoffe auf Basis von Reststoffen eine größere Rolle spielen. Die sind allerdings noch sehr teuer. Am 10. Juli will der Umweltausschuss des Europa-Parlaments über eine Deckelung abstimmen. 

Laut Greenpeace führte der Verbrauch von Biosprit in der EU zwischen 1990 und 2008 zur Zerstörung von neun Millionen Hektar Wald.

Hersteller üben Kritik

Aus der Biospritbranche kommt erwartungsgemäß Kritik an Greenpeace.  Der Grund: Greenpeace sei bei der Untersuchung nur sehr Stichprobenartig vorgegangen. So sei nicht berücksichtigt, dass im Winter in Deutschland Palmöldiesel wegen fehlender Kältestabilität nicht zum Einsatz komme. . „Bei der durch Fakten unbeeinflussten Haltung von Greenpeace darf mit Fug und Recht von mutwilliger Desinformation ausgegangen werden“, sagte Verbandsgeschäftsfürhert Elmar Baumann. Zudem übersehe die Analyse von Greenpeace, dass auch Palmöl aus der Speiseindustrie als recyceltes Produkt im Biodiesel lande. „Damit bringt Greenpeace die politisch erwünschte Nutzung von Abfall völlig irrig mit der Regenwaldrodung in Verbindung.“ Insgesamt werde in Deutschland mehr deutlich Rapsöldiesel als Palmöldiesel verwendet, so Baumann.