Elektromobilität
28.05.2013

Grenzenloses Laden

Unternehmen aus der Automobilbranche haben gemeinsam mit Energieversorgern ein System entwickelt, mit dem Fahrer von Elektroautos Ladesäulen verschiedener Betreiber nutzen können. Eine Einigung über einen einheitlichen Ladestecker steht indes noch aus.

Intercharge nahm am Montag am Rande der Elektromobilitäts-Konferenz der Bundesregierung in Berlin offiziell seinen Betrieb auf. Das System ermöglicht eine Vernetzung von Ladesäulen verschiedener Betreiber. Fahrer von E-Autos sollen so möglichst viele Stationen nutzen können, ohne mit mehr als einem Anbieter einen Vertrag abschliessen zu müssen.

Anzeige

Intercharge geht aus dem erst im vergangenen Jahr gestarteten Joint Venture Hubject von BMW, Bosch, Daimler, EnBW, RWE und Siemens hervor. „Durch Intercharge wird das Laden für alle Nutzer von Elektrofahrzeugen einfach und überall möglich", sagte Hubject-Geschäftsführer Andreas Pfeiffer. Von den etwas mehr als 2.800 Stromtankstellen in Deutschland könnten gut zwei Drittel das System nutzen. Voraussetzung ist die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladepunkt. Betreiber, die sich mit Intercharge vernetzen, müsse eine Gebühr zahlen. Für RWE und Eon bietet das System die Möglichkeit, einen Teil der Investitionen in der Ladetechnik wieder einzuspielen. Der Verkauf von Fahrstrom allein reicht nicht aus, um die Infrastruktur zu finanzieren. 

Anzeige

Auch die Berliner Firma Ubitricity arbeitet an einer Lösung, um das Laden von Elektroautos zu vereinfachen und die Kosten für die Infrastruktur zu senken. Die Idee: Der Stromzähler ist im Ladekabel integriert, der Fahrer rechnet den geladenen Strom mit seinem Anbieter ab, egal wo er lädt. Nach Angaben des Unternehmen ließen sich mit Investitionen von 200 Euro je Haushalt Steckdosen für den Ladebetrieb umrüsten. Ubitricty will zudem Ladepunkte in Straßenlaternen einbauen. Hierfür fallen nach Angaben der 2008 gegründeten Firma lediglich Kosten von 300 Euro an. Zum Vergleich: Eine herkömmliche Ladesäule kostet zwischen 5.000 und 10.000 Euro.

Ubitricity hat bereits in mehreren Runden Kapital für seine Idee eingesammelt. Erst im Mai stiegen der Venture-Capital-Fonds Technologie Berlin sowie der ehemalige Bahnchef Heinz Dürr mit Millionenbeträgen ein.

Stecker-Standardisierung stockt

Ins Stocken geraten ist dagegen die Standardisierung der Ladekabel. Zwar hat sich die EU-Kommission bereits vor längerer Zeit auf den von der deutschen Firma Mennekes entwickelten Stecker als Standard festgelegt, offenbar gibt es aber auch noch Widerstand in den Mitgliedsstaaten. Die bestätigte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am  Montag in Berlin. Er hoffe aber, dass schnell eine Lösung gefunden werde. Unmut gibt es scheinbar vor allem in Frankreich. Französische Unternehmen haben einen eigenen Ladestecker entwickelt, der über eine Schutzklappe verfügt. Diesen Schutzmechanismus wollen sie in jedem Fall erhalten sehen.

 

 

 

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Ubitricity | Intercharche | Ladesäulen | E-Autos | Ladesäueln | Daimler | BMW | EnBW | RWE | E-Mobilität
Ressorts:
Technology

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen