Energieversorgung
26.06.2012

Großes Potenzial beim Schiefergas

Eine neue Studie dokumentiert die Chancen einer Schiefergasförderung in Deutschland. Bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter könnten demnach aus nicht-konventionellen Lagerstätten technisch erschlossen werden – ein Vielfaches der bisherigen Erdgasreserven.

Von einem bedeutenden Schiefergas-Potenzial in Deutschland sprechen die Autoren einer neuen Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). 0,7 bis 2,3 Billionen Kubikmeter sogenannten nicht-konventionellen Erdgases seien nach heutigem technologischen Stand förderbar – im Vergleich dazu liegen Deutschlands konventionelle Erdgas-Reserven (wirtschaftlich förderbar) und -Ressourcen (wirtschaftlich noch nicht förderbar) bei jeweils 0,15 Billionen Kubikmeter. „Unter Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit und einzuhaltender Umweltstandards wird der tatsächlich nutzbare Anteil der ermittelten Schiefergas-Ressourcen (die Schiefergas-Reserven, Anm. der Redaktion) allerdings geringer ausfallen“, heißt es von Seiten der BGR.

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In der Studie „Abschätzung des Erdgaspotenzials aus dichten Tongesteinen in Deutschland“ analysierten die Forscher wissenschaftliche Veröffentlichungen und Berichte von Fachbehörden. Die größten Vorkommen befinden sich demnach im Norddeutschen Becken sowie kleinere Potenziale im Oberrheingraben. Über konkrete Vorkommen gibt die Studie allerdings keine Auskunft.

Die Wissenschaftler untersuchten auch mögliche Umweltauswirkungen einer Erschließung von Schiefergaslagerstätten durch das Fracking-Verfahren. Unter hohem Druck wird bei dem Verfahren ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in über 1000 Metern Tiefe in den Schieferflöz gepresst. Anhand von Modellberechnungen wurden etwa die Gefahren durch Seismizität betrachtet. Ergebnis: Sofern gesetzliche Regelungen eingehalten, erforderliche technische Maßnahmen getroffen und standortbezogene Voruntersuchungen durchgeführt würden, sei ein umweltverträglicher Einsatz der Technologie möglich, meldet die Bundesanstalt: „Fracking und Trinkwasserschutz sind grundsätzlich vereinbar.“

Konzerne wie Exxon Mobil treiben in Deutschland die Explorationen entsprechender Lagerstätten weiter voran. Auf Grundlage von Empfehlungen des Expertenrates, den Exxon Mobil eigens einberufen hat, soll im Anschluss an Explorationsmaßnahmen die wirtschaftliche Erschließung von Schiefergas bei großtechnischen Demonstrationsvorhaben unter strengen Vorgaben erprobt werden. Konkrete Planungen lägen hier laut Unternehmen jedoch noch nicht vor.

Daniel Seeger
Keywords:
Erdgas | Rohstoffe | Energie
Ressorts:
Technology

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