Green Finance
01.06.2018

Grüne Wirtschaft überholt fossile Energie an den Börsen

Foto: Creative Commons/Alan Watkin
Wasserkraftwerk auf dem Yangtze-Fluss in China. Die Indizes von FTSE Russel zählen Stromproduzenten im Drei-Schluchten-Damm-Projekt zur Green Economy.

Während erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, Wasserwirtschaft und Recycling wachsen, schrumpft der fossile Energiesektor an der Börse. Das berichtet der Finanzdaten- und Indexanbieter FTSE Russell.

Die Aktien aller börsennotierter Unternehmen der Green Economy sind zusammen vier Billionen US-Dollar wert. Das entspricht sechs Prozent des börsennotierten Kapitals und dem Wert der Öl-, Kohle- und Gas-Unternehmen. Doch dieses Verhältnis verändert sich FTSE Russell zufolge allmählich zugunsten des grünen Wirtschaftssektors.

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Die Analysten des Informationsdienstes, der zur Londoner Börse gehört, rechnen weltweit rund 3000 börsennotierte Unternehmen der Green Economy zu. Da bei vielen Unternehmen nur einige Geschäftsbereiche als grün betrachtet werden, wurde auch die Börsenkapitalisierung nur diesem Anteil entsprechend eingerechnet.

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Kleine haben höchste Kursgewinne

Für Anleger scheinen sich grüne Anlagen zu lohnen, denn die entsprechenden Indizes von FTSE Russell haben zumindest in den vergangenen fünf Jahren bis März 2018 eine deutliche stärkere Aufwärtsentwicklung aufgewiesen als Standardindizes. Dabei fällt auf, dass breit gefasste grüne Indizes wie der FTSE Environmental Opportunities All Share in dieser Zeit um 74,5 Prozent gestiegen sind, während der engere FTSE Environmental Technology 100 um 69,4 Prozent stieg. Das spricht dafür, dass im Bereich der Green Economy vor allem kleine und mittlere Unternehmen die höchsten Kursgewinne erzielten.

Wie FTSE Russell berichtet, sind vor allem kleine und mittlere Aktiengesellschaften mit ihren Geschäften ganz oder überwiegend der Green Economy zuzurechnen. Doch auch wenn diese die Mehrheit der Green-Economy Unternehmen darstellen, stehen Großunternehmen für zwei Drittel der grünen Marktkapitalisierung. So belegt Microsoft wegen der ökologisch positiven Auswirkungen seiner Cloud- und Videokonferenzinfrastruktur auf Platz eins, gefolgt vom Halbleiterkonzern TSMC aus Taiwan mit seiner Energieeffizienzelektronik. Auf Platz drei liegt China Yangtze Power mit seinen Wasserkraftwerken. Unter den Top 10 befinden sich auch Unternehmen wie Tesla, der Anlagenbauer ABB oder der Saatgutkonzern Monsanto mit dürreresistenten Züchtungen und Siemens mit den Bereichen erneuerbare Energien, Trinkwassergewinnung, Energieeffizienz und Mobilität.

Grüner Sektor könnte mit Pharma gleichziehen

Wie die Studie zeigt, fällt dieser – sehr weit gefasste – grüne Wirtschaftssektor nicht allein durch hohes Wachstum und die Vielfalt der Unternehmen aus, sondern auch durch hohe sektorale und regionale Diversität. So stecken zwar 43 Prozent des grünen Kapitals in US-Aktiengesellschaften, aber immerhin auch 13 beziehungsweise 12 Prozent in japanischen und chinesischen Unternehmen. Fragt man dagegen, welches Land die am stärksten grün engagierten Unternehmen hat, wird die Rangfolge von Taiwan, Japan, Deutschland und Frankreich angeführt.

Die Autoren halten für möglich, dass die Green Economy bis zum Jahr 2030 an den Börsen so stark  sein wird wie der Pharma- und Gesundheitssektor, der heute immerhin Platz vier knapp hinter Industrie, Technologie und Banken einnimmt.

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Thomas Bauer
Keywords:
Green Finance | Ölindustrie | Green Economy | erneuerbare Energien
Ressorts:
Finance

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