Einer der größten Börsengänge in der deutschen Geschichte hat gestern Abend - erneut - grünes Licht erhalten. Evonik, der Essener Chemiekonzern und Trikotsponsor des Deutschen Meisters Borussia Dortmund, hofft dadurch fünf Milliarden Euro über eine Neuemission einzusammeln. So hat es das Stiftungskuratorium der RAG beschlossen, das knapp 75 Prozent der Anteile an Evonik hält. Gut 25 Prozent befinden sich im Besitz des Finanzinvestors CVC Capital Partners mit Sitz in Luxemburg, einem der weltweit größten Anleger von Private Equity.

Insgesamt soll ein Drittel der Anteile beider Eigentümer angeboten werden. „Gemeinsam mit Evonik und CVC wollen wir die Vorbereitungen für den Börsengang angesichts der gesamtwirtschaftlichen Perspektiven und des starken Interesses des Kapitalmarktes an Evonik weiter vorantreiben; allerdings müssen wir die nicht unerheblichen und zunehmenden Risiken genauestens im Auge behalten“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking. Er resümiert weiter, dass „wir den Zeitplan des Börsengangs gegebenenfalls überprüfen müssen“. Denn bereits zweimal zuvor hatte das Kuratorium einen geplanten Börsengang wieder abgesagt.

Unternehmensgeschichte von Evonik ist brisant: Denn die RAG-Stiftung wurde im Juli 2007 gegründet, um nach dem Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau ab dem Jahr 2019 für die sogenannten Ewigkeitslasten zu zahlen. Das bedeutet vor allem, dass der Grundwasserspiegel an den Bergwerken an der Ruhr wieder aufgefüllt und weiter reguliert werden muss. Unter anderem betreibt Evonik heute die größte deutsche Batterieproduktion im sächsischen Kamenz zusammen mit dem Autobauer Daimler.

Der Evonik-Firmensitz in Essen: Die Zeichen stehen auf Börsengang. (Evonik AG)