Versicherer
07.01.2014

Haiyan und Hagel

depositphotos; Titelbild: Munich Re
Überschwemmung in Meißen im Juni 2013

Der Münchner Rückversicherer Munich Re zieht Bilanz aus den weltweiten Naturkatastrophen 2013. Wetterextreme in Europa und Taifun Haiyan auf den Philippinen prägten das Bild.

Die größten wirtschaftlichen Schäden im vergangenen Jahr verursachte das Hochwasser Anfang Juni in Süd- und Ostdeutschland sowie Nachbarländern. Munich Re registrierte in den betroffenen Regionen einen Gesamtschaden von annähernd zwölf Milliarden Euro, 2,3 Milliarden Euro waren davon versichert. Zum Vergleich: Die Schäden beim Jahrhunderthochwasser 2002 lagen bei 16,8 Milliarden Euro. 

Anzeige

„Das Hochwasser 2013 hat gezeigt, wie Hochwasserschutz funktionieren kann“, sagt Peter Höppe, Leiter der Geo-Risiko-Forschung von Munich Re. Denn die Rahmenbedingungen wie Dauer und Menge der Niederschläge hätten ein noch gravierenderes Hochwasser als 2002 erwarten lassen. In Passau zum Beispiel erreichte das Hochwasser den höchsten Stand seit 1501.

Anzeige

Wintersturm Xaver glimpflich

Wegen vorsorgender Maßnahmen verlief auch der Wintersturm Xaver glimpflich. Die von ihm ausgelöste Sturmflut trieb die Elbe in Hamburg auf den zweithöchsten Pegel seit Beginn der Messungen – deutlich höher als bei der Hochwasserkatastrophe von 1962 mit 347 Toten. Seit damals hat die Hansestadt laut Munich Re über zwei Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert und dadurch Schäden von etwa 20 Milliarden Euro vermeiden können. 

Die größte Belastung für die Versicherungen verursachten im Juli und August schwere Hagelstürme in Deutschland. 3,1 der insgesamt 3,9 Milliarden Euro an Schadenswerten durch zerstörte Autos, Häuserfassaden, Dächer und Solaranlagen waren versichert. Mit 14 Zentimetern Durchmesser wurde im vergangenen Jahr in Deutschland das bisher größte Hagelkorn gefunden.

größte humanitäre Katastrophe auf den Philippinen

Die größte humanitäre Katastrophe im Jahr 2013 mit über 6.000 Toten ereignete sich jedoch auf den Philippinen durch den Wirbelsturm Haiyan. Der wirtschaftliche Schaden betrug dabei rund 7,5 Milliarden Euro. Für die Versicherungen lagen hingegen die Belastungen wegen der geringen Versicherungsdichte laut Analyse von Munich Re nur im mittleren dreistelligen Millionenbereich. 

„Ereignisse wie auf den Philippinen mahnen, dass in Entwicklungs- und Schwellenländern dringend mehr getan werden muss, um die Menschen besser zu schützen“, sagte Torsten Jeworrek, Vorstand für das weltweite Rückversicherungsgeschäft bei Munich Re. Dazu gehörten neben stabileren Bauten und Schutzeinrichtungen auch Versicherungsprogramme, um Betroffenen nach einer Katastrophe finanziell zu helfen. Munich Re erwartet in den kommenden Jahren eine wachsende Zahl an Taifunen im Pazifik. Während es im vergangenen Jahr im Pazifik mit 31 benannten Stürmen überdurchschnittlich viele Taifune gab, blieb es im Nordatlantik mit nur 13 eher schwachen Hurrikans, von denen keiner die USA erreichten, verhältnismäßig ruhig. 

Weltweit blieben die Gesamtschäden aus Naturkatastrophen mit umgerechnet 92 Milliarden Euro zwar unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (140 Milliarden Euro). Die Zahl der Ereignisse lag jedoch mit 880 um über zehn Prozent über dem Durchschnitt. Die versicherten Schäden rund um den Globus lagen bei rund 23 Milliarden Dollar (Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre: 41 Milliarden).  

Daniel Seeer
Keywords:
Munich Re | Haiyan | Philippinen | Naturkatastrophen | Versicherungen | Klimawandel
Ressorts:
Finance | Technology

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy
Winter 2018/2019

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab sofort bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de

Das E-Paper ist erhältlich bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen