Chinas größter privater Energiekonzern Hanergy plant laut Bericht des „San Francisco Chronicle“ die Übernahme des angeschlagenen kalifornischen Dünnschicht-Spezialisten Miasole. In Aktionärskreisen wird dafür die Summe von 23 Millionen Euro gehandelt, ein Abschluss des Handels wird für den 31. Oktober 2012 erwartet. Hanergy betreibt nach eigenen Angaben Wasserkraft sowie Windenergie und Solarprojekte.

Bereits Anfang August hatte Miasole Umstrukturierungen angekündigt. Ein wesentlicher Teil war die Suche nach potenziellen Partnern. „Wir müssen künftig Kosten einsparen, um so eine strategische Partnerschaft zu ermöglichen“, sagte Miasole-Chef John Carrington. Das Start-up hatte insgesamt 500 Millionen Dollar an Venture Capital eingesammelt. Wie der 2011 insolvent gegangene Solyndra-Konzern spezialisiert sich Miasole auf die Dünnschichttechnologie, bei der mit Kupfer-Indium-Gallium-Selen-Materialien (CIGS) gearbeitet wird. Bereits vor wenigen Tagen hatte sich Hanergy einen Hersteller von CIGS-Dünnschichtmodulen gesichert – die ehemalige Q-Cells-Tochter Solibro in Bitterfeld Wolfen.

In Zeiten des hohen Siliziumspreises galten Dünnschichtzellen als vielversprechend, da sie mit weniger Rohstoffen auskommen. Im Zuge des Preisverfalles bei Silizium konnten Dünnschichtzellenhersteller ihren Preisvorteil aber nicht mehr ausspielen, viele, darunter etwa auch das Berliner Unternehmen Solon, gingen Pleite. Marktführer First Solar hat sich komplett aus Europa zurückgezogen und sein Werk in Frankfurt/Oder geschlossen.

(Foto: BSW Solar)