Energiepolitik
02.12.2013

Heizungsbranche kritisiert Koalitionspläne für Wärmemarkt

Nach der Industrie und der Ökostrombranche wettert nun auch die Heizungslobby gegen den Koalitionsvertrag von Union und SPD. Ihr fehlt es an steuerlichen Anreizen für die energetische Sanierung.

Mit einem nationalen Aktionsplan Energieeffizienz wollen Union und SPD das Stromsparen fördern. So steht es im Koalitionsvertrag. Der Aktionsplan soll alle Ziele und Instrumente für Energieeffizienz, etwa günstige Darlehen der KfW für Sanierung oder Energieberatung, bündeln.

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Ein konkretes Fördervolumen findet sich nicht im Vertrag. In einem Entwurf vom vergangenen Montag hatte noch eine Summe von 500 Millionen Euro pro Jahr für den Aktionsplan gestanden. Doch diese Zahl war ebenso in letzter Minute aus der Vereinbarung gestrichen worden wie die steuerlichen Abschreibungen für die Gebäudesanierung. In der Variante vom Montag war hier eine Summe von einer Milliarde Euro pro Jahr anvisiert worden. Bund und Länder streiten allerdings schon seit Monaten darüber, wer die Steuerausfälle schultern soll. Ob nun mit satter Mehrheit auch im Bundesrat ein neuer Einigungsversuch unternommen wird, ist unklar.

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Energiefresser Wärmemarkt

„Steueranreize für Effizienzinvestitionen in letzter Sekunde im Vertrag zu eliminieren ist völlig unverständlich, zumal CDU/CSU sowie weite Teile der SPD diese im Sinne der Energiewende im Wärmemarkt unbedingt wollten“, sagt Manfred Greis, Präsident des Heizungsindustrieverbandes BDH. Die große Koalition unternehme auf diesem Gebiet noch weniger als die Vorgängerregierung, so Greis. Der Verband verweist seit Jahren auf den Sanierungsstau in deutschen Heizungskellern. Nach den BDH-Zahlen sind mehr als 70 Prozent der Anlagen veraltet und müssten durch neuere und effizientere ausgetauscht werden. Hauseigentümer scheuen jedoch häufig vor den Investitionen zurück.

Laut der aktuellen Energieeinsparverordnung müssen Heizungen spätestens nach 30 Jahren getauscht werden. Zu spät, so die Industrie, die nicht zuletzt auf das Geschäft mit der Modernisierung hofft. 

Nach offiziellen Statistiken ist die Heizwärme in Gebäuden für rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und knapp ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

 
Karsten Wiedemann
Keywords:
Energieeffizienz | Wärmemarkt | Große Koalition
Ressorts:
Governance | Markets

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