Helgoland verspricht sich kräftige wirtschaftliche Impulse von der Erzeugung von Wasserstoff aus Windkraft auf der Nordsee. "In weniger als zehn Jahren wird grüner Wasserstoff aus der Nordsee eine Normalität und zugleich ein fester Baustein der nationalen Wasserstoffstrategie sein", sagte Bürgermeister Jörg Singer. Anlass war ein Treffen mit dem Wasserstoffbeauftragten der Bundesregierung, Stefan Kaufmann (CDU) und dem Abgeordneten Ernst-Dieter Rossmann (SPD) auf der Insel am Mittwoch. Der Besuch aus Berlin informierte sich über die nächste Generation hybrider Offshore-Windkraftanlagen.

Die langfristigen Visionen für die Entwicklung von Nordsee-Wasserstoff sehen vor, dass bis zu einer Million Tonnen auf der Nordsee erzeugt und über künstliche Inseln und ein noch zu bauendes Pipelinenetz ans Festland transportiert werden. Elektrolyseanlagen mit einer Kapazität bis zu zehn Gigawatt sollen den Wasserstoff aus der Offshore-Windenergie gewinnen. Die Initiative Aquaventus, hinter der renommierte Unternehmen stehen, will eine Strategie für die Umsetzung bis Ende 2022 entwickeln.

In einem ersten Schritt soll bis 2025 eine Erzeugungskapazität von 30 Megawatt an Helgoland angebunden werden, das entspricht rund 2.500 Tonnen Wasserstoff jährlich. Projektleiter Hanno Schnars erwartet, dass die zukunftsweisenden Offshore-Projekte weitere Impulse nach sich ziehen. "Es entsteht ein breites Aufgabenspektrum für unbemannte Luft- und Wasserfahrzeuge mit effizienten, umweltfreundlichen Antrieben", sagte er. Das könne bis zu autonomen Missionen gehen.

Schon bislang hat Helgoland stark vom Ausbau der Offshore-Windenergie auf der Nordsee profitiert. Die Nordsee-Insel ist umgeben von Offshore-Wind-Kraftwerken mit einer Leistung von aktuell 2,5 Gigawatt. Darauf will die Insel nun aufbauen und erhält positive Signale. "Als zweitgrößter Offshore-Wind-Betreiber weltweit und als größter Akteur hier auf der Insel unterstützen wir aktiv die Wasserstoffinitiativen rund um Helgoland", erklärte Sven Utermöhlen, Vorstand der RWE Renewables.

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Windkraftanlagen als Standortvorteil für Helgoland. (Foto: Istock)