Es sei „gut möglich, dass wir eine Quote für Elektroautos brauchen werden“, sagte Bundesumweltministern Barbara Hendricks (SPD) am Wochenende in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Das sage sie nicht als Umweltministerin, „sondern als Sozialdemokratin, die die guten Arbeitsplätze in Deutschland erhalten möchte.“ Eine solche Quote könne den Druck auf die Autobauer erhöhen, endlich Modelle anzubieten, die für Normalverdiener erschwinglich sind.

Trotz Kaufprämie kommt die Verkehrswende in Deutschland nicht voran. Die Bilanz nach einem halben Jahr fällt ernüchternd aus. Bis zum 1. Januar 2017 wurden nur 9.023 Anträge gestellt. Eigentlich sollte der Bonus in Höhe von 4.000 Euro für reine Stromer und 3.000 Euro für Hybridfahrzeuge die Nachfrage ankurbeln.

Im internationalen Vergleich fährt Deutschland in puncto Elektromobilität allerdings hinterher. Marktführer ist derzeit China. Hier hat sich der Absatz von Stromern zwischen 2014 und 2015 mit 330.000 Fahrzeugen mehr als vervierfacht, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Roland-Berger-Studie hervorgeht. Dennoch liegt der Anteil von E-Autos am Gesamtabsatz immer noch bei unter ein Prozent.

Die Regierung in Peking treibt den Markt mit neuen gesetzlichen Regelungen gezielt voran. So ist die Vergabe von Kfz-Kennzeichnen in vielen chinesischen Städten heute an die Antriebsart gekoppelt. Die chinesische Regierung war wohl auch der Ideengeber für die jetzt von Bundesumweltministerin Hendricks ins Spiel gebrachte E-Auto-Quote. Peking hatte im Herbst die Einführung einer Mindestabsatzquote für elektrisch betriebene Fahrzeuge angekündigt, die die Hersteller erfüllen müssen, um weiter Autos im Land zu verkaufen. Demnach sollen ab 2018 acht Prozent der verkauften Autos reine Stromer oder Plug-In-Hybride sein. 

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