Geschäftszahlen
11.03.2015

Historischer Verlust für Eon

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Unrentable Kraftwerke, fallende Stromhandelspreise und die Energiewende haben den Konzern gebeutelt. Die angekündigte Aufspaltung sowie Abschreibungen schlagen sich jetzt negativ in der Bilanz nieder.

 

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Nachdem RWE am Dienstag seine Geschäftszahlen offengelegt hat, zieht heute Eon nach. Der Düsseldorfer Versorger muss für 2014 einen Fehlbetrag von rund 3,2 Milliarden Euro verbuchen. Das sei laut Reuters der höchste Verlust eines börsennotierten Versorgers in der Geschichte der Bundesrepublik.

Gründe dafür seien Eon zufolge hohe Abschreibungen auf die Kraftwerke, gefallene Strom-Großhandelspreise und Wechselkurseffekte.

Diese Entwicklung hat unser Kolumnist Gerard Reid bereits im Oktober 2013 vorhergesagt.

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Die Dividende solle 50 Eurocent je Aktie betragen. Wie der Versorger bereits Anfang Dezember bekannt gab, gelte dies für das vergangene sowie das laufende Jahr; damit liegt sie 10 Eurocent niedriger als noch 2013.

Niemand könne sicher sagen, wie lange es noch erhebliche Belastungen durch Ausschläge bei einzelnen Wechselkursen, sinkende Ölpreise und das Zinstief in Europa geben werde, schrieb Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen an die Aktionäre.

Eon treibe seinen Umbau trotzdem voran. Der Konzern hatte Ende 2014 seine Aufspaltung angekündigt. Ab 2016 sollen die Kohle-, Gas- und Atom-Aktivitäten des Versorgers in einem eigenen Unternehmen untergebracht werden; seine regenerativen Energien will Eon in einer zweiten Gesellschaft bündeln. Laut Deutscher Presseagentur soll die neue Gesellschaft ihren Sitz in Essen haben.

Der Versorger hat insgesamt 5,4 Milliarden Euro abgeschrieben. Dies betreffe vor allem das Kraftwerksgeschäft in Großbritannien, Schweden und Italien. Allerdings wird dieser Schritt von Analysten und Medien oft als Chance gewertet, reinen Tisch vor der Aufspaltung zu machen und 2015 wieder besser dazustehen.

Im operativen Geschäft fiel der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2014 um neun Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Eon-Chef Teyssen rechnet mit weiteren Einbußen im laufenden Jahr. Das Ebitda werde 2015 wohl zwischen 7,0 und 7,6 Milliarden Euro liegen.

Der nachhaltige Überschuss könnte demnach zwischen 1,4 bis 1,8 Milliarden Euro liegen, 2014 war er bereits um ein Viertel auf 1,6 Milliarden Euro geschrumpft.

Daniel Zugehör
Keywords:
Eon | RWE | Bilanz | Johannes Teyssen
Ressorts:
Finance | Markets

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