Der japanische Industriekonzern Hitachi kauft Horizon Nuclear Power, ein Joint Venture der deutschen Energiekonzerne RWE und Eon. Der Kaufpreis beträgt rund 866 Millionen Euro, wie die beiden deutschen Konzerne übereinstimmend heute morgen verkündeten. Je 433 Millionen Euro gehen an die Energieriesen, entsprechend ihren Anteilen von je 50 Prozent. Bereits vor wenigen Tagen waren die Verhandlungen mit Hitachi bekannt geworden (BIZZ energy today berichtete).

Nach dem deutschen Atomausstieg verabschieden sich RWE und Eon damit auch international von der Kernenergie. Das neu erlöste Geld soll nun in andere Geschäftsfelder fließen. „Der Verkauf unseres Anteils an Horizon ist ein weiterer wichtiger Schritt in unserem Desinvestmentprogramm“, kommentiert RWE-Vorstand Leonhard Birnbaum. RWE wolle sich künftig in Großbritannien auf moderne und effiziente Kraftwerke sowie auf erneuerbare Energien konzentrieren. 

Eon will laut Konzernangaben rund 15 Milliarden Euro bis Ende 2013 „durch Desinvestitionen“ erzielen. Bereits im März 2012 kündigten auch die Düsseldorfer an, den britischen Markt neu zu ordnen.  

Hintergrund: Eon und RWE gründeten 2009 gemeinsam Horizon Nuclear Power, um den Bau neuer Kernkraftwerke in Großbritannien voranzutreiben. Vor einem halben Jahr kam die Kehrtwende: Beide gaben bekannt, keine neuen Kernkraftwerke zu bauen. Den Ausstieg bei Horizon begründeten sie unter anderen mit zu hohen Kosten.

Hitachi baut nicht nur Steinkohlekraftwerke wie in Majuba, Südafrika. (Foto: Hitachi)