Elektromobilität
14.05.2018

Hochleistungsstecker: ChargePoint will Lufttaxis laden

Foto: Lilium
Grafische Darstellung eines Lande-Ports des Münchner Flugtaxi-Herstellers Lilum Aviation.

Der Ladeanbieter ChargePoint hat einen Ladestecker entworfen, der sich auch für elektrische Senkrechtstarter eignet.

Elektrische Flugtaxis, die Staus in Innenstädten einfach überfliegen sollen, sind in aller Munde. Da ist es kaum verwunderlich, dass es nun auch den ersten Entwurf für den passenden Ladestecker gibt. Der US-Hersteller ChargePoint präsentierte kürzlich in Los Angeles ein Konzeptdesign für ein entsprechendes Hochleistungsladen mit zwei Megawatt.

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Damit sollen die Batterien von elektrischen Fluggeräten und Senkrechtstartern, auf englisch VTOL (Vertical take-off and landing), möglichst schnell geladen werden: Bis zu vier Schnittstellen für die Batterie-Management-Systeme und vier 500-Ampere-Stromkreise sind dafür nach Einschätzung von ChargePoint nötig. Jeder Stromkreis soll eine Spannung von 200 bis 1.000 Volt haben. Ergänzt wird der Stecker von einer Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung, ein motorisiertes System hilft beim „Einsteckprozess“. Bei Bedarf könne auch ein Roboter das Tanken übernehmen, heißt es bei Chargepoint. 

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Konzeptdesign für einen Ladestecker für Lufttaxis von Chargepoint. Foto: Chargepoint
Zum Einsatz kommen sollen die einheitlichen Stecker auch beim Taxi-Dienst Uber. ChargePoint und Uber haben dazu eine Kooperation geschlossen. Letzterer will seine ersten Lufttaxis 2020 abheben lassen. Zunächst sollen die E-Flieger – halb Flugzeug, halb Helikopter – in Los Angeles, Dallas und Dubai Testflüge absolvieren, drei Jahre später ist der Regelbetrieb geplant. Laut Uber werden die Lufttaxis in einer Höhe von 300 bis 600 Metern unterwegs sein, vier Passagiere sollen darin Platz haben. Dabei könnten sie bis zu 320 Stundenkilometer erreichen. Das Tanken per Roboter würde nötig, wenn die Flugtaxis autonom unterwegs sind. Uber plant dies jedoch erst im zweiten Schritt, zunächst sollen die Vehikel noch von Piloten gesteuert werden.

Uber und NASA kooperieren

Zur Entwicklung der Flieger hat sich Uber mehrere Flugzeughersteller an Bord geholt, unter anderem Aurora Flight Sciences, Pipistrel Aircraft, Embraer und Bell Helicopter. Im Herbst letzten Jahres schloss der Taxi-Dienst eine Vereinbarung mit der US-Luftfahrtbehörde NASA, um neue Konzepte für unbemannten Verkehr und Flugsysteme bei niedrigen Flughöhen zu entwickeln. Für sein Lufttaxi-Netzwerk will Uber zudem sogenannte „Skyports“ zum Starten und Laden der Vehikel bauen lassen. Dafür hat es zwei Immobilienunternehmen als Partner gewonnen. 

Ähnliche Pläne für elektrische Flug-Services haben beispielsweise auch Lilium Aviation aus München, Volocopter aus Bruchsal oder Airbus mit seinem Flugtaxi „CityAirbus“. Die Unternehmen wären damit weitere potenzielle Abnehmer für Hochleistungs-Ladestecker. Hersteller ChargePoint erhofft sich zusätzlichen Absatz vom elektrischen Schwerlastverkehr, der nun langsam in Fahrt kommt und die Stecker ebenfalls nutzen soll: Schätzungen von Analysten zufolge werden 15 Prozent der weltweit verkauften Lkw bis 2030 elektrisch unterwegs sein. Ab 2025 könnten sie mit den Kosten eines Diesel-Antriebs gleichziehen.

 

Video-Quelle: Uber Elevate

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Jutta Maier
Keywords:
Elektromobilität | elektrisches Fliegen | VTOL | Chargepoint | Ladestecker | Uber
Ressorts:
Technology | Markets

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