Bilanz
29.10.2013

Hohe Abschreibungen trüben Vattenfall-Bilanz

Vattenfall
Stammsitz der Vattenfall Europe AG in Berlin

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall schreibt in den ersten drei Quartalen 2013 weiter rote Zahlen. Zwar stieg der Umsatz, beim Betriebsergebnis steht jedoch ein Milliardenverlust. Schuld seien hohe Abschreibungen im zweiten Quartal. Konzernchef Øystein Løseth kündigte nun seinen Rückzug an.

Der Umsatz im Zeitraum Januar bis September dieses Jahres stieg zwar um knapp vier Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag jedoch bei minus 1,2 Milliarden Euro, laut Unternehmen eine Folge von Abschreibungen im zweiten Quartal über 3,4 Milliarden Euro. Von den Wertminderungen betroffen waren auch Gas- und Kohlekraftwerke in den Niederlanden und Deutschland. Von Juli bis September verzeichnete der Konzern dagegen ein positives Ebit von immerhin über einer halben Milliarde Euro. 

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„Wenn die Wertberichtigungen [aus dem zweiten Quartal] und andere Faktoren ausgeklammert werden, die die Vergleichbarkeit beeinträchtigen, liegt die Kapitalrendite bei 9,5 Prozent“, sagte Vattenfall-Vorstandschef Øystein Løseth. So lag die Kapitalrendite bei minus 1,8 Prozent, die Nettoverschuldung stieg im Zeitraum von Januar bis September 2013 um fast 10 Prozent auf 18 Milliarden Euro

Niedrige Großhandelspreise belasten Stromgeschäft

Wie die anderen großen Energiekonzerne leidet auch Vattenfall unter anhaltend niedrigen Großhandelspreise für Strom. Dabei stieg die Stromproduktion in den ersten drei Quartalen sogar um fast vier Prozent auf 134 Terawattstunden. Beim schwedischen Konzern nahm dabei der Anteil der Atomenergie um über acht Prozent, der Anteil der Kohle- und Gaskraftwerke sogar um über elf Prozent zu. Vattenfall produziert etwa die Hälfte seines Stroms aus fossilen Energieträgern, 28 Prozent in seinen Atomkraftwerken.

Angesichts der schwierigen Marktlage setzt der schwedische Konzern indessen seine Strategie fort. Die Aufteilung der Geschäftstätigkeit in zwei Regionen – die Nordische Länder sowie Kontinental-Europa und Großbritannien – soll bis 1. Januar 2014 abgeschlossen werden, sagte Løseth. „Die neue geographische Organisationsstruktur wird unsere Möglichkeiten verbessern, in den jeweiligen Märkten mit ihren unterschiedlichen Bedingungen und Herausforderungen zu agieren." 

Zuletzt war immer wieder über einen Rückzug des Konzerns aus Deutschland spekuliert worden. In einer Volksbefragung in Hamburg sprach sich kürzlich eine Mehrheit dafür aus, dass die Stadt das Stromnetz vom Energieversorger zurückkaufen soll. Eine ähnliche Abstimmung steht in Berlin an.

Vattenfall-Chef will Vertrag nicht verlängern

Løseth, seit 2010 an der Spitze des schwedischen Energieriesen, will seinen Vertrag bei Vattenfall nicht mehr verlängern – aus persönlichen Gründen. Damit tritt der Konzernchef spätestens zum März 2015 ab. 

 

Daniel Seeger
Keywords:
Vattenfall | Strompreis
Ressorts:
Markets

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