Dena-Studie
12.12.2012

Hoher Investitionsbedarf bei Netzen

Die Verteilnetze müssen deutlich ausgebaut werden. Eine neue Studie der Deutschen Energie Agentur beziffert die Kosten auf mehrere Milliarden Euro – woher die kommen sollen, ist unklar. Die Erneuerbaren-Branche zweifelt die Studie an.

 

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Bis zum Jahr 2030 braucht Deutschland zwischen 135.000 und 193.000 Kilometer neue Stromverteilnetze. Die Kosten für den Ausbau schätzt die Dena auf 27,5 Milliarden bis 42,5 Milliarden Euro – je nachdem wie hoch der Anteil der regenerativen Stromerzeugung tatsächlich ausfällt. „Nur wenn wir die Netzinfrastruktur entsprechend erweitern, werden wir den Strom aus den dezentralen Erzeugungsanlagen auch tatsächlich verteilen und verbrauchen können“, sagt Stefan Kohler, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung.

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Laut Dena-Studie ist der Ausbaubedarf auf der Mittel- und Hochspannungsebene besonders hoch, da dort nicht nur die Erneuerbaren-Energien-Anlagen Strom einspeisen, sondern auch regenerativ erzeugter Strom übertragen werden muss, der auf untergelagerten Ebenen nicht verbraucht werden kann. Demnach fehlen auf der Hochspannungsebene bis zu 19 Prozent und auf der Mittelspannungsebene bis zu 24 Prozent Netze. 

Schwierigkeiten bereite allerdings die Finanzierung des Netzausbaus. „Unsere Untersuchung zeigt, dass sich in der Praxis durch den verstärkten Anschluss von Erneuerbaren-Energien-Anlagen und dem daraus resultierenden Netzausbau Renditen ergeben, die für die Verteilnetzbetreiber nicht auskömmlich sind“, sagt Kohler. „Hier müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen dringend angepasst werden, um die erforderlichen Investitionen in zukünftige Verteilnetze zu erreichen.“

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hält die Dena-Analyse für überzogen. „Die Verteilnetze weisen noch erhebliche Reserven für den Zubau Erneuerbarer Energien auf. Durch technische Innovationen kann deren Kapazität zudem weiter erhöht werden. Dem zügigen Umbau unserer Energieversorgung steht auf der örtlichen Netzebene also nichts im Wege“, kommentiert BEE-Präsident Dietmar Schütz.

 

Tina Gilic
Keywords:
Dena-Studie | Stromverteilnetze | Infrastruktur | Netzausbau | Stephan Kohler
Ressorts:
Markets

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