Energiepreise
08.10.2012

Hohes Minus treibt Ökostromumlage

Niels Hendrik Petersen
PV-Anlagen in Norddeutschland.

Am 15. Oktober wird die neue EEG-Umlage bekannt gegeben. Eines ist jetzt schon sicher: Die Umlage wird deutlich steigen. Grund ist das Milliarden-Defizit der Übertragungsnetzbetreiber.

Die Einspeisung von Ökostrom belastet private Haushalte immer stärker. Bereits Anfang September 2012 haben die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, Transnet BW und 50 Hertz rund 2,6 Milliarden Euro mehr an die Besitzer von Ökostromanlagen ausgezahlt, als sie von den Verbrauchern über die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten haben. Bis zum Jahresende könnte sich das Defizit auf vier Milliarden Euro belaufen, berichtet die FAZ.

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Am 15. Oktober wollen die Übertragungsnetzbetreiber die neue Umlage offiziell verkünden. Experten rechnen mit einer Erhöhung von derzeit 3,59 auf rund 5,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh).


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Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) forderte deshalb am Wochenende die erhöhte EEG-Umlage durch eine Absenkung der Energiesteuer abzufedern. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) forderte seinen Kollegen Rösler dagegen auf, zu erklären „wie die durch eine Steuersenkung entstehenden Löcher im Bundeshaushalt gestopft werden könnten“. Die Antwort bleibt Rösler schuldig.

Börsen-Strompreise

Zugleich hält der Rückgang der Börsen-Strompreise am Spotmarkt unvermindert an, berechnete das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien in Münster. Für Grundlaststrom mussten im September 2012 durchschnittlich 4,47 pro kWh bezahlt werden – ein Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr (5,26 Cent pro kWh). „Hauptursache für den steilen Sinkflug der Strompreise an der Börse ist weiterhin der steigende Anteil erneuerbarer Energien“, sagte IWR-Direktor Norbert Allnoch. Von Januar bis September seien in Deutschland rund 27 Prozent mehr an Wind- und Solarstrom erzeugt wurden als im Jahr zuvor, so Allnoch.

Der niedrige Börsenpreis ist jedoch ein Grund für die steigende EEG-Umlage: Die berechnet sich aus der Differenz aus den festen Vergütungssätzen nach dem EEG und dem Börsenpreis. Ein paradoxer Effekt: Der sinkende Börsenstrompreis erhöht demnach die Differenz und somit auch die EEG-Abgabe insgesamt.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Strompreis | Strombörse | EEG | Erneuerbare Energien Gesetz
Ressorts:
Finance | Governance

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