Studie
13.05.2013

Hohes Schiefergaspotenzial in Europa

Die Unternehmensberatung A.T. Kearney prophezeit dem europäischen Schiefergas eine große Zukunft. Fracking soll sich bereits ab 2018 rechnen. Beim Umgang mit der umstrittenen Fördertechnik ist der Kontinent jedoch gespalten.

Bis 2035 könnte der Anteil der unkonventionellen Gasförderung in Europa (Norwegen ausgenommen) auf 58 Milliarden Kubikmeter jährlich anwachsen, und damit rund 45 Prozent der gesamten europäischen Gasförderung ausmachen. Europa könnte damit zehn Prozent seines Bedarfs decken, der Gaspreis um bis zu sechs Prozent sinken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. „Europa verfügt über rund sieben Prozent der weltweit abbaubaren Schiefergasvorkommen“, erläutert Studienleiter Kurt Oswald. Das entspricht 13.600 Milliarden Kubikmetern. 

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Die Haltung der europäischen Länder ist jedoch unterschiedlich. Während die Ukraine oder Polen die Schiefergasförderung vorantreiben, gelten in Frankreich, Bulgarien, Holland oder dem Bundesland Nordrhein-Westfalen derzeit Moratorien auf die umstrittene Fördertechnik, das Hydraulic Fracturing. Bei dem auch als Fracking bezeichneten Verfahren wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Untergrund gepresst, um das Gas aus den Gesteinsschichten herauszubrechen. Umweltaktivisten warnen vor den Konsequenzen, etwa der Verschmutzung von Trinkwasser.

Europäisches Fracking ab 2018 wirtschaftlich

Für Europa rechnen die Studienautoren außerdem mit deutlich höheren Bohrkosten als in den USA, weil das europäische Schiefergas im Durchschnitt tiefer liegt. So beliefen sich die Bohrkosten in Deutschland zwischen 11 und 44 Euro pro Megawattstunde (MWh), in den USA hingegen auf 7 bis 17 Euro. Bei einem Börsenpreis von durchnittlich 24,3 Euro pro MWh im Jahr 2012 sei die Förderung in Europa zurzeit noch nicht wirtschaftlich, sagt Oswald. Das sollte sich jedoch ab 2018 ändern. Oswald rechnet für Europa eher mit einer Evolution statt einer Revolution, in deren Entwicklung die Länder am Ende durch bessere Handelsbilanzen, regionale Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze profitierten. 

Weltweit wird die Schiefergasproduktion laut A.T.Kearney um jährlich rund acht Prozent wachsen. „Treiber für dieses Wachstum sind vor allem Nordamerika und der asiatisch-pazifische Raum", erklärt Jörg Mayrgündter, Co-Autor der Studie. Die USA avancieren demnach in den kommenden acht Jahren zum Netto-Gasexporteur, China sitzt mit 36.100 Milliarden Kubikmetern auf den weltweit größten technisch förderbaren Ressourcen. 

 

 

 

Redaktion
Keywords:
A.T. Kearney | Schiefergas | Fracking
Ressorts:
Markets

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