Natürlich haben Biokraftstoffe in Deutschland eine Zukunft. Wer sich mit Biokraftstoffen beschäftigt, muss sich allerdings auch auseinandersetzen mit Ackerbau und Tierernährung. In Deutschland wird Biodiesel zu rund 75 Prozent aus Raps produziert. Raps ist bei Landwirten beliebt, weil er den Boden auflockert und deshalb die in der Fruchtfolge nächste Ernte um etwa zehn Prozent höher ausfällt. Von der Rapsfrucht werden etwa 40 Prozent zu Biodiesel verarbeitet, die übrigen 60 Prozent sind eiweißreiches Tierfutter. Mit Rapsfuttermittel wird Soja ersetzt, dessen Anbau in den Herkunftsländern für Landnutzungsänderungen verantwortlich gemacht wird. Auf derselben Ackerfläche wird also beides produziert: Rohstoffe für Tank UND Teller. Damit ist ein wichtiger Kritikpunkt an Biokraftstoffen widerlegt. Hunger entsteht durch mangelndes Einkommen, Korruption, Naturkatastrophen, Bürgerkriege und schlechte Infrastruktur, nicht durch Biokraftstoffe. Klar ist aber auch, dass alle Rohstoffquellen zur Biokraftstoffproduktion genutzt werden müssen, insbesondere Abfallstoffe. Bisher sind Tierfette in Deutschland nicht als Rohstoff für Biodiesel zugelassen, das sollte umgehend geändert werden.


Robert Figgener ist Geschäftsführer von Ecomotion und Präsident der deutschen Biokraftstoffindustre (VDB).

Die Antwort von VCD-Chef Michael Ziesak lesen Sie hier.

Die Antwort von Greenpeace Geschäftsführerin Brigitte Behrens lesen Sie hier.

Die Antwort von VDA-Präsident Matthias Wissmann lesen Sie hier. 

 



 

 
(foto: deposit, PR)