Mobilität
08.05.2018

Hydrogenious: Deutsche Wasserstoff-Technologie startet in den USA

Foto: Hydrogenious Technologies
LOHC-Wasserstoffanlage von Hydrogenious: Im US-Bundesstaat Tennessee hat der Wasserstoffversorger United Hydrogen die erste Anlage des Erlanger Unternehmens in Betrieb genommen.

Das Erlanger Start-up Hydrogenious speichert Wasserstoff in Flüssigkeit. Sein Verfahren soll im Tankstellennetz Einzug halten. Jetzt ist es erstmals kommerziell im Einsatz – bei einem Wasserstoffversorger in den USA.

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Voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres liefert Hydrogenious die erste Anlage an Broad Ocean. Auch eine Fertigung in China sei denkbar, sagt der Vertriebschef. „Dort findet ein Schwenk zur Brennstoffzellen-Elektromobilität statt.“ Nachdem die Batterie-Elektromobilität sich inzwischen auf breiter Front entwickele, konzentriere die Regierung ihre Förderprogramme auf die Brennstoffzellen-Elektromobilität und hier vor allem auf Busse und Lieferfahrzeuge.

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Wettlauf der Entwickler

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In Asien regt sich allerdings auch LOHC-Konkurrenz für Hydrogenious. Eine Beteiligung des japanischen Anlagenbauers Chiyoda entwickelt ein ähnliches Verfahren mit einer anderen Trägerflüssigkeit. Überhaupt wird vielerorts auf der Welt an LOHC-Anwendungen geforscht, unter anderem beim französischen Areva-Konzern und bei H2-Industries aus der Schweiz. Wissenschaftler am Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg für erneuerbare Energien wollen gleich eine Logistikstufe überspringen und den Wasserstoff an Bord von Brennstoffzellenzügen aus der Flüssigkeit lösen – so entfiele das Betanken mit gasförmigem H2 und der Aufbau einer H2-Infrastruktur für den Bahnverkehr.

 

Eine Anlage von Hydrogenious ist an eben diesem Helmholtz-Institut im Einsatz, eine weitere wird beim Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart erprobt. Zwei Anlagen sind für Broad Ocean im Bau, zwei weitere für ein LOHC-Projekt in Finnland.

 

Internationaler Verbund

 

Hydrogenious Technologies zählt inzwischen 55 Mitarbeiter. Dass sie fünf Jahre nach dem Start Teil eines internationalen strategischen Verbunds sein würden, haben sich die Unternehmensgründer um den Ingenieur und früheren McKinsey-Berater Daniel Teichmann  damals vermutlich nicht träumen lassen. Anglo American hält 32 Prozent an Hydrogenious. Der Minenkonzern mit Hauptsitz in London, der unter anderem den Brennstoffzellen-Bestandteil Platin abbaut, ist zudem bei dem Hydrogenious-Erstkunden United Hydrogen und bei dem Brennstoffzellenbauer Ballard Power investiert. An diesem hat sich mit knapp zehn Prozent auch der Hydrogenious-Gesellschafter Broad Ocean Motor beteiligt.

 

Lesen Sie auch: GE-Power-Chef – Im Moment passiert eine Menge bei Brennstoffzellen"

Christian Schaudwet
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Keywords:
Wasserstoff | Brennstoffzelle | Elektromobilität
Ressorts:
Technology | Markets

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