Wasserstoff
20.06.2018

Hyundai und Audi verbünden sich für Brennstoffzellen

Foto: Hyundai
Setzt auf Brennstoffzellen als Antriebstechnologie der Zukunft: der koreanische Autobauer Hyundai

Während Daimler, Ford, Nissan und Renault ihr Brennstoffzellen-Projekt beenden, wollen Hyundai und Audi bei dem Thema kooperieren.

Die einen rein, die anderen raus: Erst vor wenigen Tagen kündigten erst Daimler und Ford, dann Nissan und Renault an, ihr Projekt zur Entwicklung von Brennstoffzellen-Technologien aufzugeben. Das Gemeinschaftsunternehmen Automotive Fuel Cell Cooperation mit Sitz im kanadischen British Columbia lösen sie bis zum Sommer auf. Künftig wollen sie vor allem innerhalb der eigenen Unternehmen an Brennstoffzellen weiterforschen.

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Hyundai und Audi hingegen haben eine neue Partnerschaft geschlossen: Die Unternehmen einigten sich auf eine Kreuzlizensierung, die ihnen jeweils erlaubt, die Brennstoffzellenfahrzeug-Patente des anderen zu nutzen. Die Vereinbarung gelte für bestehende und zukünftige Patente, teilt Hyundai mit.

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Audi plant Wasserstoff-Kleinserie

Auch Kia, ein Partnerunternehmen der Südkoreaner, sowie die Audi-Muttergesellschaft Volkswagen sollen davon profitieren. Im ersten Schritt wird Hyundai seinem Vertragspartner Zugang zu Komponenten gewähren. Es handele sich um Teile, die auf dem Know-how der Brennstoffzellen-Serienmodelle ix35 Fuel Cell und Nexo basieren, teilt Hyundai mit. Audi ist innerhalb der VW-Gruppe für die Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie zuständig. Für 2020 planen die Ingolstädter eine erste Kleinserie mit Wasserstoff-Fahrzeugen.

Im zweiten Schritt wollen Hyundai und Audi sondieren, wie sich ihre Partnerschaft ausbauen lässt. Sie planen, neue Industriestandards in der Brennstoffzellentechnologie zu setzen und die Entwicklung von Wasserstoff-Autos zu beschleunigen.

Hyundai: schnellster Weg zu emissionsfreier Welt

Wasserstoff-Fahrzeuge seien „der schnellste Weg zu einer wirklich emissionsfreien Welt“, sagt Hyundais Vize-Präsident Eusun Chung. Der koreanische Hersteller ist zusammen mit dem japanischen Autobauer Toyota momentan der einzige, der in Deutschland Brennstoffzellen-Fahrzeuge als Serienmodelle anbietet. Daimler bringt sein Wasserstoff-Modell GLC F-Cell im Herbst auf den Markt, allerdings nur in einer vierstelligen Zahl und bloß an ausgewählte Kunden.

Auch wenn Audi-Mutter Volkswagen vor allem auf die Entwicklung von Batterie-Autos setzt, ist Audi kein völliger Neuling in Bezug auf den Wasserstoff-Antrieb: Der Autobauer stellte bereits 2015 mit dem „A7 h-tron“ einen Plug-in-Hybrid mit Brennstoffzelle vor. Entwicklungsvorstand Peter Mertens bezeichnet die Brennstoffzelle als „zweckmäßigste Form des elektrischen Fahrens“. Für den Durchbruch der Technologie seien Kooperationen „ein cleverer Weg“, um mit attraktiven Kosten Innovationsführer zu werden. 

Hyundais Produktionstochter Mobis hat 2017 ein integriertes Produktionssystem für Kernkomponenten von Brennstoffzellenfahrzeugen aufgebaut. Das Werk im südkoreanischen Chungju hat eine Kapazität von 3.000 Brennstoffzellen-Antriebseinheiten pro Jahr. Je nach Marktnachfrage könne die Anlage aber auch mehrere zehntausend Module fertigen, so Hyundai.

Lesen Sie auch: Daimler-Chefentwickler – Batterie hat Vorteil gegenüber Brennstoffzelle

Jutta Maier
Keywords:
Brennstoffzellen | Wasserstoff | Hyundai | Audi | Partnerschaft
Ressorts:
Technology | Markets

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