Elektromobilität
01.11.2018

Hyundai und Kia entwickeln Solardach für E-Autos

Foto: Hyundai Motor Group
Nicht nur auf den Dächern von Elektroautos, sondern auch auf Verbrenner-Fahrzeugen sollen die Solarmodule montiert werden.

Das neue Solardach der Autobauer Hyundai und Kia kommt in drei Varianten heraus und soll Fahrzeugbatterien bis zu 60 Prozent aufladen können.

Die Solarmodule sollen vom nächsten Jahr an auf ausgewählten Fahrzeugen Strom erzeugen, kündigte der koreanische Autobauer Hyundai an, zu dem Kia Motors gehört. Die Module  können entweder auf dem Dach oder der Motorhaube montiert werden. Mit ihnen lässt sich nicht nur die Reichweite von Elektrofahrzeugen verlängern, sondern sie sollen auch Hybride und selbst Autos mit Verbrennungsmotor antreiben. Bei Letzteren verbessern sie nach Angaben von Hyundai die Kraftstoff-Effizienz und reduzieren den CO2-Ausstoß.

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„In Zukunft werden verschiedene Arten von Stromerzeugungstechnologien, einschließlich des Solarladesystems, mit Fahrzeugen verbunden“, sagt Jeong-Gil Park, geschäftsführender Vizepräsident für Designtechnik der Hyundai-Gruppe. Der Fahrzeugbesitzer werde damit vom Konsumenten zum Energie-Prosumer – also Verbraucher und Produzent zugleich.

Halbtransparent für Panoramadächer

Die erste Generation der Solarmodule aus Silikon soll auf dem Dach herkömmlicher Hybridfahrzeuge montierbar sein. Hyundai zufolge können sie je nach Wetterbedingungen täglich 30 bis 60 Prozent der Batterie aufladen. Die zweite Generation werde halbtransparent und in Panoramadächer von Benzin- und Dieselfahrzeugen integrierbar sein – zum ersten Mal überhaupt, heißt es. Das Dach lädt dann eine zusätzlich ins Verbrenner-Fahrzeug eingebaute Batterie auf, ist aber auch in E-Autos einsetzbar.

Noch in einer Pilotstudie befinden sich die Module der dritten Generation, die besonders leicht sein sollen und in erster Linie für Elektrofahrzeuge gedacht sind. Um möglichst viel Energie zu generieren, werden sie sowohl auf der Motorhaube als auch dem Dach zum Einsatz kommen.

Toyota und Sono Motors mit ähnlicher Idee

Ein Solarmodul mit einer Leistung von 1.000 Watt kann nach Angaben der Koreaner an einem Sommertag in der Mittagszeit stündlich 100 Wattstunden Strom erzeugen.

Hyundai ist nicht der erste Autobauer mit der Idee, die Reichweite von Autos mithilfe von Solarmodulen zu steigern. Toyota hatte nach Angaben des Branchenportals Electrek bereits eine solche Option bei seinem Hybridmodell Prius, das allerdings nur 50 Watt für das Gebläse der Klimaanlage erzeugen konnte.

Auch das deutsche E-Auto-Start-up Sono Motors setzt auf das Prinzip zusätzlicher   Solarmodule. Im ersten E-Auto „Sion“, das ab 2019 in Serie produziert werden soll, sind die Zellen auf dem Dach, der Motorhaube, dem Heck und in den Seiten. Dem Unternehmen zufolge generieren sie 30 Kilometer zusätzliche Reichweite.

Lesen Sie auch: E-Autos von Sono Motors liefern Energie für Wohnquartier

Jutta Maier
Keywords:
Elektromobilität | Hyundai | Solardach | Solarmodule
Ressorts:
Technology | Markets

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