Windenergie
25.09.2018

IEA-Chef Birol: Wind wird größte Stromquelle Europas

Foto: Creative Commons
Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur, traut der Windenergie viel zu. (Das Foto zeigt Birol auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.)

Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur wird die Windenergie bald den europäischen Strommarkt dominieren. IEA-Chef Fatih Birol sieht Europa zudem in einer Schlüsselrolle für das globale Offshore-Geschäft.

Die aktuellen Schwierigkeiten der deutschen Windindustrie trüben Fatih Birols Optimismus nicht: „In weniger als zehn Jahren wird Wind die Energiequelle Nummer eins in Europa sein“, sagte der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA) auf der Messe Wind Energy Hamburg. Die IEA sei angesichts neuer Projekte und Ausbauziele optimistischer als noch vor einem Jahr, so Birol.

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Eine wichtige Antriebsfeder des europäischen Windenergiemarkts sei die zunehmende Wirtschaftlichkeit des Betriebs der Anlagen. Birol sagte, er sehe „sehr starke Signale“, dass die stetige Kostenreduktion den Ausbau der Windenergie beschleunige. Dies sei im Wesentlichen neuen, größeren und leistungsfähigeren Turbinen zu verdanken.

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„Goldene Gelegenheit“

 

Der IEA-Chef appellierte an die europäische Windindustrie, ihre „goldene Gelegenheit“ im globalen Offshore-Geschäft zu nutzen. Dort habe Europa eine Schlüsselposition und könne die Verbreitung der Offshore-Technologie in der Welt anführen: „Europa sollte seinen First-Mover-Vorteil nutzen“, mahnte Birol und warnte davor, Fehler aus anderen Industrien zu wiederholen, in denen Europa seine anfängliche Führungsrolle eingebüßt habe. „Riesiges Potenzial“ für europäische Unternehmen im Offshore-Windenergiemarkt gebe es beispielsweise in China und Indien.

 

Der Vorstandschef des europäischen Branchenverbands Wind Europe, Giles Dickson, teilt Birols Optimismus. Auch er rechne damit, dass Windenergie in wenigen Jahren die größte Stromquelle Europas sein werde, sagte Dickson in Hamburg.

 

Probleme in Deutschland

 

Solche Prognosen für Europa setzen sich von pessimistischeren Vorhersagen für Deutschland für die kommenden Jahre ab, insbesondere für 2019. Hierzulande bangt die Branche wegen vergleichsweise niedriger Ausbauziele und der Dominanz von Bürgerwindpark-Gesellschaften in den Onshore-Ausschreibungen von 2017 um ihr Wachstum.

 

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Christian Schaudwet
Keywords:
Windenergie | Offshore | Fatih Birol
Ressorts:
Markets

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