16.11.2016

IEA: Erneuerbare machen das Rennen

Foto: ne2pi / iStock.com
Hauptgewinner des wachsenden Energiehungers der Welt werden laut IEA die Erneuerbaren sein. Doch ohne Fossile werde es nicht gehen.

Die Internationale Energiebehörde veröffentlicht ihren diesjährigen World Energy Outlook: Kohle soll schrumpfen und Flüssiggas stark wachsen. Erneuerbare sollen 2040 bis zu 37 Prozent des Stroms stellen.

„Eine detaillierte Analyse der Versprechungen, die für das Pariser Klimaabkommen gemacht wurden, zeigt, dass die Ära der fossilen Brennstoffe noch lange nicht vorbei ist und unterstreicht die Herausforderung ambitioniertere Klimaziele zu erreichen“: So verkündet die Internationale Energiebehörde IEA ihre Einschätzung eines Versagens der internationalen Klimapolitik, mitten im Ringen der Nationen in Marrakesch um die Umsetzungsstrategien des Pariser Papiers. Diesen Mittwoch veröffentlichte die IEA mit diesen Worten ihren diesjährigen Zukunftsausblick, den World Energy Outlook 2016.

Anzeige

Anzeige

Dennoch glauben die Analysten der IEA an eine Verdopplung des Erneuerbaren-Ausbaus und ebenso der Energieeffizienz in den nächsten 25 Jahren. In ihrem Hauptszenario werden nahezu 60 Prozent des Energiewachstums von Grünstromanlagen erbracht; vor allem von Windkraft und Photovoltaik. 2040 rechnet die Energiebehörde mit einem Erneuerbaren-Anteil von bis zu 37 Prozent. Auch Erdgas werde seine Rolle stark ausbauen und die Kohle langsam von ihrer Spitzenposition der Energieträger ablösen. Dabei werde 2040 über die Hälfte des gehandelten Gases Flüssigerdgas sein. Damit verändere sich auch die Infrastruktur, die zunehmend weniger auf Pipelines und mehr auf Verschiffung, Straßen- und Schienentransport ausgerichtet werde.

 

Wasser-Energie-Komplex

Gleichzeitig befürchtet die IEA Probleme für die Energiesicherheit in den nächsten Jahren, wenn im Zuge dieser Neuausrichtung zu wenig in die Fossilen investiert werde und es somit zu Engpässen kommen könne. Die Behörde rechnet daher auch mit zukünftig stärker schwankenden Ölpreisen, die demzufolge von den flexibleren Schieferöl-Förderern ausgenutzt und verstärkt werden könnten.

Die bisherigen nationalen klimapolitischen Versprechungen werden der IEA zufolge immer noch zu einer Erderwärmung um 2,7 Grad bis 2100 führen. Ein Zwei-Grad-Ziel sei herausfordernd, aber weiterhin zu erreichen. Eine weitere Gefahr, auf welche die Autoren in ihrem Ausblick aufmerksam machen, ist die zunehmende gegenseitige Abhängigkeit von Wasserverbrauch und Energiewirtschaft. Biosprit, Wasserkraft und selbst die Ölförderung verbrauchen demnach große Mengen Wasser. Der Bedarf an entsalztem Meerwasser werde bei zunehmender Trinkwasserknappheit ebenso zunehmen und den Energieverbrauch der Wasserversorgung bis 2040 verdoppeln. Das müsse zukünftig mitbedacht werden.

Tim Lüdtke
Keywords:
IEA | World Energy Outlook | Energiewende | erneuerbare Energien | Kohle | Gas | LNG | Flüssigerdgas | Wasser | Zukunft | Ausblick
Ressorts:
Governance | Markets

Kommentare

Sehr geehrte Damen,
sehr geehrte Herren,

Was sind das nur für Analysten? Wo haben die Ihre Daten her?

Hier die Realität:

Von 2014 auf 2015 hat die kombinierte Solar- und Windenergieproduktion um mehr als 26% zugelegt.

Da die Preise für Wind- und Solarenergie massiv gefallen sind und mittlerweile auch die Batteriepreise massiv fallen, spricht einiges dafür, dass sich in den Jahren bis 2020 das Wachstum noch massiv beschleunigen wird.

Gemäß den Prognosen von Bloomberg ist dies mindestens für die Jahre 2016 und 2017 der Fall.

Ein Wachstum von 26%/a bedeutet jedoch eine Verdopplung der Produktion alle drei Jahre.

Wie auch immer wir die Angelegenheit drehen möchten: Im Ergebnis werden wir in 9 Jahren, also in 2024 die 8-fache Menge an Wind- und Solarenergie weltweit sehen, gegenüber den Zahlen von 2015.

Damit wären inkl. Wasserkraft bis spätestens 2024 mindestens 54% der weltweiten Stromerzeugung regenerativ (jährliches Verbrauchswachstum von 2,7% ist dabei berücksichtigt).

Bitte gleichen Sie diese merkwürdige Studie der IEA im nächsten und übernächsten Jahr mit der Realität ab. Sie werden dann sehen welche Qualität die Aussagen hier haben.

Mit freundlichen Grüßen

J. Gomes

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen