26.10.2016

IEA korrigiert Wachstumserwartungen für Erneuerbare nach oben

Foto: Teun van den Dries / iStock.com
Die IEA glaubt, dass der Horizont des Erneuerbaren-Wachstums noch lange nicht erreicht ist.

Aufgrund starker Klimapolitik in Schlüssel-Ländern und deutlichen Kostenrückgängen im Rekordjahr 2015 rechnet die IEA mit mehr Wachstum in den nächsten fünf Jahren als ursprünglich angenommen.

Die Welt wird Erneuerbar: Nach Aussage der Internationalen Energieagentur (IEA) haben im letzten Jahr Grünstromanlagen die Kohle als weltweit größte Energiequelle abgelöst. Dieses Rekordergebnis – zusammen mit den aktuellen Entwicklungen von Preisen und Politik – machen die IEA zuversichtlich. Mehr als 60 Prozent der zusätzlichen Kraftwerks-Kapazität werden demnach in den nächsten fünf Jahren von Erneuerbaren bereitgestellt. Sie werden damit weiterhin die am schnellsten wachsende Energiebranche bleiben, sagt die Agentur in ihrer diese Woche bekannt gegeben Einschätzung voraus.

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In der neuesten Version ihres „Medium-Term Renewable Market Reports“ geht die IEA von 13 Prozent mehr Wachstum der Erneuerbaren aus, als sie noch in ihren Vorjahres-Prognosen erwartet hatte. Im Jahr 2021 würden demzufolge 28 Prozent des Weltstroms aus Grünstromanlagen kommen, gegenüber 21 Prozent in 2015. In Zukunft werde es eine in zwei Geschwindigkeiten geteilte Welt des Erneuerbaren-Ausbaus geben, erwarten die Autoren. Während in Asien mehr Grüne Anlagen gebaut würden als im Rest der Welt, sei dort trotzdem mit einem ebenso großen Zubau an konventioneller Energie zu rechnen. In Europa und den USA dagegen erwartet die IEA, dass die Erneuerbaren schneller wachsen werden als der Bedarf an zusätzlicher Energie.

Im letzten Jahr seien 66 GW an Turbinen und 49 GW an Solarpaneelen neu ans Netz gegangen, so die IEA. Möglich geworden sei das durch verstärkten Wettbewerb, stärkere politische Unterstützung in Schlüssel-Märkten wie China und den USA sowie durch technologischen Fortschritt. Dabei nimmt die Agentur zur Kenntnis, das es nicht unbedingt immer Klimasorgen sind, die den politischen Willen begründen. So sei vor allem im wachsenden Asien die Luftverschmutzung in Städten und der Wunsch nach Energiesicherheit durch einen abwechslungsreicheren Mix von Anlagen ein starker Beweggrund für die Entscheider gewesen.

Tim Lüdtke
Keywords:
IEA | Internationale Energieagentur | Wachstum | Erwartungen | Energiewende | erneuerbare Energien | Energie | Medium-Term Renewable Market Report
Ressorts:
Markets

Kommentare

Der durchaus erfreuliche Inhalt dieses Artikels zeigt sehr deutlich, wie die seinerzeitigen politischen Überlegungen zum nachhaltigen Ausbau der erneuerbaren Energien heute weltweit Früchte tragen. EEG und Marktanreizprogramm sowie der "Export" dieser damaligen legislativen Glanzleistung in mehr als 50 Länder verdienen echte Anerkennung. Die Saat ist also aufgegangen. Bleibt zu hoffen, dass aktuelle Entscheidungsträger dem zwischenzeitlich schon mal demolierten Image der "Erneuerbaren" auch national wieder zu altem Glanz und neuer Gloria verhelfen.

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