Mobilität
18.10.2019

IEA: SUVs fressen Effizienzgewinne bei Pkw auf

Foto: iStock
Die steigende Anzahl sogenannter SUV sorgt auch für mehr CO2-Emissionen

Der Trend zu schweren, spritschluckenden Sportgeländewagen vernichtet sämtliche CO2-Einsparungen, die mit kleineren und elektrifizierten Autos erreicht wurden. Dies zeigen Zahlen der Internationalen Energieagentur.

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Sport Utility Vehicles (SUVs) schlägt spürbar auf die globalen CO2-Emissionen durch. Die Internationale Energieagentur IEA beobachtet das mit Sorge. Ihren Daten zufolge stiegen in der aktuellen Dekade lediglich die Emissionen des Energiesektor noch stärker an.

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Das schreiben Laura Cozzi, ihres Zeichens Chief Energy Modeler bei der IEA, und ihr Kollege Apostolos Petropoulos in einem Mitte Oktober erschienenen Fachartikel. Demnach stiegen die durch SUVs verursachten Kohlendioxidemissionen seit dem Jahr 2010 von knapp 0,55 Gigatonnen CO2 auf fast 0,7 Gigatonnen im Jahr 2018. Dies entspricht einem Anstieg von 27 Prozent.

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Verbrauch von SUV bis zu einem Viertel höher

Die Ursachen laut IEA: die weltweit steigende Nachfrage nach SUV und der damit einhergehende höhere Ölverbrauch. Die Pseudogeländewagen verbrauchen den Angaben zufolge rund ein Viertel mehr Energie als ein mittelgroßer Pkw und vernichten so sämtliche Effizienzgewinne, die mit kleineren und elektrifizierten Pkw erreicht wurden.

Auf Kraftstoffeffizienz getrimmte Kleinwagen entlasteten die globale Ölnachfrage demnach seit Anfang der Dekade um zwei Millionen Barrel pro Tag; E-Autos um etwas unter 100.000 Tonnen. SUVs dagegen waren für einen Nachfrageanstieg von satten 3,3 Millionen Barrel täglich verantwortlich – bleibt in der Summe ein Nachfrageplus von 1,2 Millionen Barrel am Tag. Betrachtet wurden die Jahre 2010 bis 2018. 

Weltweit wachsende Nachfrage

In diesem Zeitraum gingen die SUV-Verkaufszahlen laut IEA durch die Decke: Waren 2010 rund 35 Millionen SUVs gemeldet, sind es inzwischen weltweit über 200 Millionen. Vier von zehn verkauften Autos zählen heute zu dieser Modellklasse, mehr als doppelt so viel wie Anfang der Dekade. In den Vereinigten Staaten war im vergangenen Jahr sogar jedes zweite verkaufte Auto ein SUV, in Europa jedes dritte.

Der konventionelle Automarkt, so Cozzi und Petropoulos, habe zuletzt zwar mit einem Nachfrageminus von zwei Prozent Ermüdungserscheinungen gezeigt. Von einem Ende des Zeitalters der Verbrennungsmotoren könne allerdings keine Rede sein. Der Trend gehe vielmehr in Richtung größere und schwerere Pkw, worüber die insgesamt sinkenden Pkw-Absatzzahlen hinwegtäuschen könnten.

IEA: SUVs „unterschätzter Bereich der Energiedebatte“ 

Die IEA will im November ihren neuen „World Energy Outlook“ vorlegen und darin einen Fokus auf diesen „unterschätzten Bereich der Energiedebatte“ legen. Zurzeit drehe sich die Diskussion vor allem um die Elektrifizierung von Pkw und den effizienteren Kraftstoffeinsatz. SUVs ständen weniger im Fokus, obwohl sie schwieriger zu elektrifizieren seien und eine weiter steigende Nachfrage nach ihnen die Entwicklung sauberer und effizienter Fahrzeugflotten verlangsamen könnte.

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Thomas Wischniewski
Keywords:
Mobilität | SUV | Autoindustrie
Ressorts:
Markets

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