Automarkt
12.01.2016

Im Schritttempo

fotos: VW, flickr/JT
VW-Chef Matthias Müller.

Die Ergebnisse des Pariser Klimagipfels finden noch keinen Widerhall in der Automobilbranche. Zu diesem Fazit kommen Autoexperten und Umweltschützer nach dem Start der internationalen Autoshow in Detroit.

 

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Michael Müller-Grönert vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) sagte mit Blick auf die Anfang der Woche in Detroit gestartete internationale Autoshow: „Die Autohersteller setzen weiter auf die großen spritfressenden Modelle.“ Die Messe zählt zu den Highlights der Branche und ist die größte Autoausstellung in den USA.

Zwar habe beispielsweise VW neue Modelle präsentiert, so Müller weiter. Doch seien diese lediglich für die Außenwirkung gedacht.

E-Autos: Aushängeschild statt Konkurrenz

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Das glaubt auch WWF-Klimaexpertin Regine Günther: „Sowohl die deutsche Politik als auch die Hersteller sehen Elektroautos mehr als Aushängeschilder von Klimaschutzaktivitäten denn als echte Konkurrenz für konventionelle Fahrzeuge“, sagt sie gegenüber BIZZ energy today. „Das genau müssen sie aber werden.“ In der in Paris beschlossen 1,5°C -Welt sei kein Platz für Pkw mit Verbrennungsmotor, ergänzt Günther.

Ende Dezember hatte die internationale Staatengemeinschaft in Paris einen Klimavertrag beschlossen, in dem die Erderwärmung auf deutlich unter Zwei-Grad begrenzt werden soll. Energie- und Klimaexperte Jan Kowalzig von der Nichtregierungsorganisation Oxfam rät deshalb: „Autobauer wären gut beraten, dieses Signal nun nicht zu verschlafen, sondern Teil der Lösung einer umfassenden Mobilitätswende zu werden.“

 

VW-Chef Müller verspricht E-Modell-Offensive

VW-Chef Matthias Müller hat am Rande der Detroiter Automesse unterdessen mit einem Radiointerview gegenüber dem US-Sender NPR für Furore gesorgt. "Wir haben nicht gelogen", sagte der Konzernlenker dem NPR-Reporter über den VW-Diesel-Abgasskandal in den USA. Damit ist das zuvor mühsam aufgebaute Image des Geläuterten heftig angekratzt.  

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas Anfang Januar hat VW seinen neuen BUDD-e präsentiert, eine elektrische Neuauflage des populären VW-Bullis der 1960er Jahre. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine Studie. Der erste E-Bulli wird vermutlich erst in zehn Jahren auf der Straße rollen. Aber Müller hat in Detroit versprochen: Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll der Wolfsburger Autobauer 20 zusätzliche Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride auf den Markt bringen.

 

Bundesverkehrsminister: Keine Kaufprämie

Bisher kommt die Verkehrswende in Deutschland nur schleppend voran. Doch das Abkommen von Paris hat den Druck auf Politik und Industrie erhöht. Laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) berät eine Arbeitsgruppe aus Kanzleramt, Verkehrsministerium, Finanzministerium, Wirtschaftsministerium und den Fraktionsvorsitzenden der Koalition derzeit an einem Programm, um der E-Mobilität einen weiteren Schub zu geben. Dobrindt schränkte allerdings ein: „Weder direkte Kaufprämien noch Mineralölsteuererhöhung oder Bonus-Malus-Regelungen stehen dabei zur Debatte."

 

In der Mai-Ausgabe von BIZZ energy today erklärt unser Kolumnist Ferdinand Dudenhöffer, warum der VW-Konzern eine neue Strategie für seine Kernmarke braucht – und viel mehr Nachhaltigkeit (hier lesen).

 

Jana Kugoth
Keywords:
Autoshow Detroit | USA | CES | Las Vegas | Elektromobilität | VW | WWF | Oxfam | VCD | Alexander Dobrindt | Bundesverkehrsminister | Matthias Müller
Ressorts:
Markets

Kommentare

Wurde ernsthaft erwartet, dass Autokonzerne inherhalb weniger Monate "Umdenken" und neue Fahrzeuge entwickeln? So eine Fahrzeugentwicklugn ist in unter 5 Jahren praktisch nicht machbar!
Nebenbei:
Das Klimaabkommen ist nur eine Absichtserklärung ohne Rechtskraft.
Wäre es ein Vertrag wären auch Strafen für die Nichteinhaltung definiert.

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