Energie
25.11.2013

Immer mehr Ökostrom direkt vermarktet

Foto: Kurt Hochrainer/Pixelio

Immer mehr Betreiber von Solar-, Wind- oder Bioenergieanlagen vermarkten ihren Strom selbst oder über einen Stromhändler. Im November stieg die installierte Leistung der Anlagen auf über 35.000 Megawatt. Union und SPD planen weitere Schritte zur Marktintegration grüner Energien.

Laut Prognose der Übertragungsnetzbetreiber werden im Dezember 35.400 Megawatt an Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen direktvermarktet, also nicht einfach ins Netz eingespeist. Die betroffene Strommenge stieg damit seit Jahresbeginn um 7.000 Megawatt. Vor allem Betreiber von Windparks nutzen die Möglichkeit: Rund drei Viertel des direkt vermarkteten Stroms stammt aus der Windenergie. Allerdings hat sich auch die Menge des direktvermarkteten Solarstroms seit Jahresbeginn auf über 4.000 Megawatt nahezu verdoppelt.

Anzeige

Anzeige

Mit der Möglichkeit, den produzierten Strom selbst oder über einen Stromhändler zu vermarkten, soll ein Weg zu einer stärkeren Integration der erneuerbaren Energien bereitet werden. Dabei geht es vor allem darum, Produktion und Nachfrage besser in Einklang zu bringen. Das Risiko für die Betreiber ist allerdings gering. Sie behalten als Belohnung eine Marktprämie, die den Preisunterschied zwischen Börsenstrompreis und EEG-Tarif ausgleicht.

Die Marktprämie wiederum wird aus der EEG-Umlage finanziert. Dazu gibt es noch eine Managementprämie für den zusätzlichen Aufwand. Die Kosten für die Prämien stiegen deutlich an und lagen zuletzt bei 500 Millionen Euro pro Monat – nicht zuletzt auch, weil immer mehr neue Stromhändler an dem Geschäft mitverdienen. Sie finanzieren sich über die Managementprämie. Zu den größten Direktvermarktern gehört die norwegische Statkraft.

Koalition: Erneuerbare sollen sich mit Energieversorgern verbinden

Wie die Wochenzeitung ,Die Zeit‘ berichtet, planen Union und SPD weitere Schritte, um die Marktintegration grüner Energien voranzutreiben. Laut Entwurf zum Koalitionsvertrag sollen Betreiber von Wind- oder Solaranlagen künftig für ihre gelieferte Strommengen garantieren. Dafür müssten sie sich bei Betreibern von konventionellen Kraftwerken Strommengen sichern, die diese bei Bedarf einspeisen. Die klassischen Energieversorger würden von dem Modell profitieren. Sie klagen seit Monaten über die fehlende Rentabilität ihrer Gaskraftwerke. 

Mit dem Modell versucht die Koalition offenbar ein Finanzierungsmodell für fossile Kraftwerke zu etablieren, ohne weitere Umlagen für die Stromverbraucher einzuführen.

Karsten Wiedemann
Keywords:
EEG | Direktvermarktung | SPD | CDU | Statkraft | Windenergie | Solarenergie
Ressorts:
Markets

Neuen Kommentar schreiben

 

bizz energy – Herbst 2018

Die aktuelle Ausgabe gibt es ab dem 03.09.2018 bei unserem Abonnentenservice unter bizzenergy@pressup.de sowie als E-Paper bei iKiosk oder Readly.

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen