Bisher erhalten indische Betreiber von Wind- und Solarparks - wie in Deutschland - für gelieferten Strom eine zuvor festgelegte Einspeisevergütung. Das ändert sich nun: Stromabnahmeverträge und -preise werden künftig zum großen Teil nach Bieterwettbewerben unterschrieben.

Der Bundesstaat Tamil Nadu hat jetzt eine Ausschreibung für 500 Megawatt Windstromkapazität gestartet, wie die Zeitung „The Hindu“ berichtet. Zuvor vergab bereits der Bundesstaat Gujarat ein großes Windenergieprojekt per Ausschreibung. Daran beteiligten sich 13 Projektgesellschaften, 3 erhielten Zuschläge.

Fünf bis sechs Gigawatt pro Jahr

Auch die Bundesstaaten Andhra Pradesh und Karnataka haben einem Bericht des Portals Cleantechnica zufolge ihre öffentlichen Energieversorger angewiesen, für neue Windkraftanlagen keine festen Einspeisevergütungen mehr zu zahlen, sondern die Stromlieferverträge per Ausschreibung zu vergeben.

Die staatliche Solar Energy Corporation of India plant eine Ausschreibung für 4.000 Megawatt Solarstrom-Kapazität und mehrere größere Auktionen für Windstrom-Projekte. Bis zum Jahr 2022 will Indien 15 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien decken. Dazu sollen pro Jahr Kapazitäten von fünf bis sechs Gigawatt ausgeschrieben werden.

Windkraftanlagen auf Agrarflächen in Indien (Foto: Creative Commons/Yahoo Blo)