Grüne Mobilität
04.07.2016

Indiens grüne Verkehrsoffensive

Foto: Hari Om Prakash
Narendra Modi will in Indien den Smog bekämpfen – und setzt dafür auf alternative Antriebe und öffentlichen Nahverkehr.

Weil Indiens Megastädte unter starkem Smog leiden, setzt Premierminister Narendra Modi zunehmend auf alternative Antriebe. Gleichzeitig läutet das Land den Abschied vom Diesel ein und will die Verschärfung der Abgasnormen um fast vier Jahre auf 2020 vorziehen.

 

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Die indische Regierung will in der Verkehrspolitik eine Kehrtwende vollziehen. Das sagte der indische Umwelt- und Klimaminister Prakash Javadekar am Montag auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) zur Eröffnung des Petersberger Klimadialogs. Neben 34 anderen Umweltministern nimmt Javadekar in Berlin an den informellen Gesprächen zur Umsetzung des Pariser Klimabkommens teil.

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„Bis 2020 will die indische Regierung das öffentliche Verkehrsnetz von derzeit 300 Kilometer auf 1.000 Kilometer ausbauen“, kündigte Javadekar an. Dazu stellt die Weltbank 265 Millionen für Pilotprojekte bereit.  

 

Extra-Steuer für Verbrennungsmotoren

Weil die Städte zunehmen unter Smog leiden, hat die Regierung in Neu-Delhi außerdem die Subventionen für Dieselfahrzeuge und SUV in Firmenflotten gestrichen. Stattdessen sieht der Haushaltsplan der Regierung in Neu-Delhi für die Jahre 2016 und 2017 eine Sondersteuer in Höhe von einem Prozent für Luxus-Autos vor, Diesel-Autos sollen bis zu 2,5 Prozent und SUV-Fahrzeuge mit bis zu 4 Prozent extra besteuert werden. Anerkennung erntet Javadekar dafür von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Die SPD-Politikerin sieht darin ein wichtiges Signal – auch in Richtung deutscher Automobilindustrie. In China macht die Zentralregierung Autokäufern von Benzin- und Diesel-Fahrzeugen ebenfalls zunehmend das Leben schwer. Derzeit bekommt nur jeder hundertste Antragsteller ein Nummernschild. Es sei denn, er kauft ein E-Fahrzeug. Dann kann er sofort losfahren.

Auch die Abgasnorm will die Regierung des rechtskonservativen Premierministers Modi früher als bislang geplant verschärfen. Statt 2024 soll bereits 2020 eine mit der Euro-6-Norm vergleichbare Höchstgrenze für Schadstoff- und Treibhausgasausstoße gelten. In Europa ist diese schon vor zwei Jahren in Kraft getreten.

Indiens Premierminister Modi will mit seinen Plänen den Verkauf von E-Autos anschieben.  Ab 2020 sollen jährlich sechs bis sieben Millionen elektrische und halb-elektrifizierte Fahrzeuge neu zugelassen werden, so Javadekar. 

Die Redaktion
Keywords:
Indien | Verkehrspolitik | Abgasnorm | Diesel | Elektromobilität | öffentlicher Nahverkehr | Klimaschutz | Smog
Ressorts:
Governance

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