Ökostrom-Umlage
30.08.2012

Industrie drückt sich vor Kosten der Energiewende

Gerd Altmann / pixelio.de

Noch nie war die Anzahl der Firmen, die einen Rabatt bei der Ökostrom-Umlage beantragt haben, so hoch wie in diesem Jahr. Die Entlastung für Unternehmen könnte dadurch auf vier Milliarden Euro steigen.

Insgesamt 2.033 Unternehmen haben 2012 eine ermäßigte Ökostrom-Umlage beantragt. Damit hat sich die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt (813) und einen neuen Spitzenwert erreicht. Das geht aus der Antwort des Deutschen Bundestages auf die kleine Anfrage der Grünen hervor.

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Um dem internationalen Wettbewerb standhalten zu können, und damit sie nicht ins günstigere Ausland abwandern, können sich stromintensive Unternehmen von der EEG-Umlage weitgehend befreien lassen.

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Im vergangenen Jahr wurde die Ausgleichsregel sogar noch ausgeweitet. Mussten Firmen bis dato zehn Gigawattstunden Strom verbrauchen, um von der Ermäßigung zu profitieren, ist der Wert nun auf einen Gigawatt gefallen – dass ist ungefähr so viel, wie 280 Durchschnittshaushalte im Jahr an Strom benötigen.

Derzeit zahlen die Betriebe ab der ersten Gigawattstunde verbrauchten Stroms zehn Prozent der Ökostrom-Umlage, ab der zehnten Gigawattstunde nur noch einen Prozent. Sehr energieintensive Firmen, mit einem Verbrauch 100 Gigawatt und mehr, zahlen maximal 0,05 Cent.

Noch befindet sich die Ökostrom-Umlage bei rund 3,6 Cent je Kilowattstunde; im nächsten Jahr wird sie vermutlich auf 5 Cent steigen. Genaue Zahlen geben die Übertragungsnetzbetreiber aber erst Mitte Oktober bekannt.

Inwiefern die Rabattanfragen der Firmen den Strompreis für den Verbraucher in die Höhe treiben werden, hängt auch von der Anzahl der bewilligten Anträge sowie dem tatsächlichen Stromverbrauch der Unternehmen ab.

Bislang bezahlte ein deutscher Haushalt im Schnitt 2,50 Euro dafür, dass sich die Industrie vor den Kosten der Energiewende drückt. Die Entlastung für Unternehmen wird schätzungsweise von derzeit 2,5 Milliarden auf vier Milliarden Euro anwachsen. Davon sind allein 400 Millionen Euro der Ausweitung der Ausgleichsregel geschuldet.

Tina Gilc
Keywords:
Energieeffizienz | EEG
Ressorts:
Markets

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