Energiemarkt
02.06.2020

Innogy von Eon geschluckt

Foto: Istock
Mit dem heutigen Tag ist Innogy in Eon aufgegangen - ob die Marke bleibt, ist noch unklar

Der Energieversorger Innogy mit seinen rund 8 Millionen Kunden in Deutschland ist jetzt endgültig Teil des Eon-Konzerns. Eon-Chef Johannes Teyssen frohlockt. Vergleichbares habe es in Deutschland seit langem nicht gegeben.

Die vor zwei Jahren begonnene Neuordnung der Energiebranche in Deutschland ist unter Dach und Fach. Die einstige RWE-Tochter Innogy ist jetzt Teil des Energieriesen Eon. Der sogenannte Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre von Innogy sei in das Handelsregister eingetragen worden, teilte Eon am Dienstag mit.

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Voraussichtlich noch in dieser Woche werde der Handel von Innogy-Aktien an der Börse eingestellt. Die Barabfindung von 42,82 Euro je Anteilschein, mit dem die Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt wurden, solle in den nächsten Tagen ausgezahlt werden.

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Eon verabschiedet sich aus der Erzeugung

Für Eon-Chef Johannes Teyssen hat der im März 2018 vereinbarte Milliardendeal mit dem alten Rivalen RWE historische Dimensionen. "Etwas Vergleichbares hat in den letzten Dekaden der deutschen Wirtschaftsgeschichte nicht stattgefunden", strich er zum Anlass heraus. Eon verabschiedet sich, sobald sein letztes Kernkraftwerk abgeschaltet ist, komplett aus der Stromerzeugung und konzentriert sich auf Bau und Betrieb der Energienetze und den Verkauf von Strom und Gas an rund 50 Millionen Kunden in 15 europäischen Ländern.

RWE hat die erneuerbaren Energien von Eon übernommen und bekommt noch die Windparks und Solaranlagen von Innogy dazu. Dadurch wird der Braunkohleverstromer einer der weltweit größten Erzeuger von grünem Strom, allerdings hat die konventionelle Erzeugung weiterhin einen weitaus größeren Anteil an der Erzeugungsbilanz von RWE. Die Eintragung der Verschmelzung von Eon mit Innogy ins Handelsregister sei auch für RWE "ein wichtiger Meilenstein", teilte der Konzern in einem Tweet mit. RWE ist durch die Vereinbarung mit 16,7 Prozent auch zum größten Aktionär von Eon geworden.

Klage wird wenig Erfolg eingeräumt

Kritiker befürchten allerdings negative Auswirkungen auf den Wettbewerb in Deutschland, unter anderem bei der Einführung neuer Technologien wie der smarten Stromzähler. Teyssen sieht einer von mehreren Regionalversorgern und Stadtwerken eingereichten Nichtigkeitsklage gegen die Genehmigung des Deals durch die EU-Kommission gelassen entgegen. Diese habe "äußerst geringe Erfolgsaussichten" hatte er bei der Eon-Hauptversammlung in der vergangenen Woche gesagt.

Die Übernahme von Innogy durch Eon ist auch mit einem Personalabbau verbunden. Bis zu 5000 Stellen sollen in dem fusionierten Unternehmen sozialverträglich wegfallen. Es gebe aber auch große Chancen, neue Beschäftigung aufzubauen, hatte Teyssen versichert.

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jst/dpa
Keywords:
Energiebranche | Innogy | EU-Komission
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