BIZZ Exklusiv
12.01.2016

"Intransparente Kosten"

foto: Laurance Chauperon
Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU)

VKU-Chefin Katherina Reiche über Kohle, Gas, Erneuerbare – und die anstehenden Milliarden-Investitionen der Stadtwerke in ihre Stromnetze.

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 _BIZZ energy today| Frau Reiche, immer mehr Investoren verabschieden sich aus der Kohle, so wie kürzlich der Allianz-Konzern. Wann steigen die Stadtwerke aus?

_Katherina Reiche| Das Divestment-Vorhaben der Allianz ist ein deutliches Signal. Die Politik hat uns als Stadtwerke die Aufgabe gestellt, die Energieversorgung umzubauen. Natürlich geht der Umbau nicht von jetzt auf gleich, aber unsere kommunalen Eigentümer treiben diese Entwicklung stark voran und dies nicht erst seit zwei oder drei Jahren.

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Wie viele fossile Kraftwerke werden von den Stadtwerken noch gebaut?

Einige Projekte wurden zuletzt abgesagt. Der Trend ist klar: Wenn überhaupt noch in fossile Kraftwerke investiert wird, dann in gasbasierte Kraft-Wärme-Kopplung oder eben gleich in erneuerbare Energien. Was mir wichtig ist: Wie das Kaninchen die Schlange fixiert die Politik bei der Energiewende fast nur den Strommarkt. Die Welt der Energiewende ist aber komplexer: Ohne Wärmemarkt ist aber keine Energiewende möglich, und da spielen die Stadtwerke und ihre KWK-Anlagen eine herausragende Rolle.

Wie bewerten sie die Novelle des KWK- Gesetzes, die der Bundestag jüngst verabschiedet hat?

Wir haben im parlamentarischen Verfahren für Verbesserungen gegenüber den Regeln im ursprünglichen Kabinettsbeschluss gekämpft – mit Erfolg: Es ist gut, dass der KWK auch über 2020 hinaus eine klare Perspektive als Klimaschutzinstrument – gerade in Ballungsräumen – gegeben wird. KWK ist eine wichtige Klimaschutztechnologie. Gerade die weiterhin bestehende Konzentration auf KWK in der öffentlichen Versorgung ist wichtig, weil hier derzeit die größten wirtschaftlichen Schwierigkeiten bestehen. Allerdings werden wir auch in den kommenden Jahren darauf achten müssen, dass insbesondere kleinere Anlagen unter zwei Megawatt wirtschaftlich betrieben werden können.

 

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Keywords:
VKU | Katherina Reiche | Stadtwerke | Flatrate | KWK-Gesetz | Kapazitätsmarkt | Divestment | Digitalisierung
Ressorts:
Finance | Governance | Markets

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