Wenn die deutschen Klimaschutzziele für Gebäude ernsthaft umgesetzt werden, wirkt das wie ein gut dotiertes Konjunkturprogramm: Jedes Jahr würden dann bis 2050 im Schnitt Investitionen von zusätzlich 66 Milliarden Euro ausgelöst. Zu diesem Ergebnis kommt das vom Bundesumweltministerium unterstützte Projekt „effin“ in einer neuen Analyse, die diese Woche auf dem BIZZ energy FINANCE MEETING im Hotel Adlon vorgestellt wurde.
 
Demnach entfällt die Hälfte der zusätzlichen Investitionen auf Gewerbeimmobilien (33 Milliarden Euro), gefolgt von Eigenheimen (26 Milliarden Euro), Mietwohnungen (vier Milliarden Euro) und Liegenschaften der Öffentlichen Hand (zwei bis drei Milliarden Euro).
 
Die Leitung des effin-Projekts teilen sich die Umweltorganisation WWF Deutschland und die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF). Aus der Wirtschaft nahmen an den Arbeitstreffen über 70 Kooperationspartner teil, darunter Unternehmen wie Bilfinger, Entega und Knauf Insulation. Um die Marktpotenziale im Bereich Gebäudeenergieeffizienz zu zeigen, betreibt das Konsortium derzeit zwei Modellprojekte für Hauseigentümer und Wohnungswirtschaft.
 
DENEFF-Geschäftsführer Martin Bornholdt rechnet mit rund neuen 250.000 Jobs in Deutschland durch Energieeffizienz-Maßnahmen – wenn die Vorgaben der EU-Kommission effektiv umgesetzt würden und sich die EU im Oktober auf ein verbindliches Energieeffizienzziel für 2030 einigt.