Elektromobilität
23.05.2013

Japan an der Spitze, Deutschland holt auf

Japanische Hersteller sind bei der Elektromobilität der Konkurrenz überlegen, wie ein aktuelles Ranking belegt. Doch der Vorsprung schmilzt. Ein Problem für alle Hersteller: Mit Elektroautos läßt sich kein Geld verdienen.

Ein aktuelles Ranking der Unternehmensberatung Roland Berger hat die Elektromobilität in Deutschland, Frankreich, China, USA, Japan, Italien und Südkorea miteinander verglichen. Japan, Pionierland der Hybridtechnik, führt das Industrieranking an. In den kommen zwei Jahren werden dort 280.000 Elektroautos gebaut. Der Vorsprung der Japaner schmilzt aber, unter anderen weil Südkorea mit seinen Konzernen Kia und Hyundai auf den Markt drängt. Hyundai wird als einer der ersten Konzerne weltweit ein Fahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt bringen. Auch Deutschland holt auf: Zum Jahresende bringt BMW seine elektrischen Modelle i3 und i8 auf den Markt, 2014 startet VW mit dem E-Up und dem E-Golf.

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Für die Entwicklung von E-Autos geben die Hersteller Milliarden aus. Bis sich die Investitionen auszahlen vergehen jedoch Jahre. Die Hersteller benötigen einen langen Atem. Geld verdienen lässt sich mit E-Autos nicht, wie Wolfgang Bernhart, Partner bei Roland Berger betont: Beim Verkauf von Elektrofahrzeugen realisieren die Hersteller viel geringere Deckungsbeiträge als beim Verkauf von Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb.“ Der Kostennachteil von alternativ angetriebenen Fahrzeugen könnte sogar noch wachsen, wenn der Ölpreis weiter sinkt, etwa infolge der gestiegenen Ölförderung in den USA.

Laut Roland Berger hakt es zudem an der Infrastruktur. Die Elektromobilität werde sich nur durchsetzen, wenn es ein flächendeckendes Netz an Ladesäulen gebe, so Bernhart. Bis 2020 will die Bundesregierung 150.000 solcher Ladesäulen errichten, so steht es zumindest in den Zielen der Nationalen Plattform Elektromobilität. Es mehren sich allerdings die Stimmen, die mit einem weitaus geringen Bedarf rechnen. Erste Studien zeigen, dass die Nutzer nur selten auf öffentliche Ladesäulen zurückgreifen. Geld verdienen läßt sich mit dem Verkauf von Fahrstrom ohnehin nicht.

Verkaufszahlen steigen

Der Absatz von Elektroautos steigt zwar weltweit, so die Analysten von Roland Berger, im Vergleich zu herkömmlichen Autos liegen die Zahlen aber weiter auf bescheidenem Niveau. Mit Förderprogrammen steigern die USA oder Japan den Absatz von E-Autos. In China und Frankreich blieben entsprechende Förderungen dagegen nahezu wirkungslos. Die Regierung in Peking versucht nun, mit einem sieben-Milliarden-Euro-Programm, Boden auf dem Gebiet der E-Mobilität gut zu machen. Die anderen Länder fahren ihre Forschungsförderung dagegen zurück.

 

 

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Elektromibilität | Japan | Deutschland | China | USA | Frankreich | BMW | Hyundai | Kia | Hybdr
Ressorts:
Markets

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