Ein japanisches Gericht hat am Dienstag das Wiederhochfahren eines Atomkraftwerkes (AKW) gestoppt, meldet Reuters. Anwohner hätten gegen die Wiederaufnahme des Betriebs der zwei Reaktoren westlich von Tokio protestiert. Ihr Vorwurf: Das AKW Takahama erfülle nicht die strengeren Sicherheitsstandards und unterschätze das Risiko von Erdbeben.

Vier Jahre nach der Katastrophe von Fukushima hat das Gericht damit eine Entscheidung gegen die Pläne der Regierung in Tokio gefällt. Der Anlagenbetreiber, Kansai Electric, könne die Sicherheit nicht garantieren, so die Begründung. Zudem seien die Vorschriften unlogisch.

Der in Osaka ansässige Betreiber kündigte an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen. Kansai Electric droht das vierte Verlustjahr in Folge. Der Rechtsstreit könnte die Inbetriebnahme um Jahre verzögern und dem Konzern Hunderte Millionen Dollar weiterer Verluste bescheren.

Nachdem es im März 2011 zu dem katastrophalen Unfall im AKW von Fukushima kam, hat Japan alle AKW abgeschaltet. Jetzt will der japanische Regierungschef Shinzo Abe wieder zur Atomenergie zurückkehren.

Gegenwind für Regierungschef Abe – die Entscheidung könnte auch die seit Fukushima neu gefassten Sicherheitsvorschriften infragestellen (Depositphotos.com)