Der weltweit fünftgrößte Produzent von Treibhausgasen will offenbar in den kommenden 15 Jahren seinen CO2-Ausstoß um 20 Prozent senken. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf japanische Medienberichte, die allerdings abweichende Angaben zu dem dafür herangezogenen Vergleichsjahr machen.

Ursprünglich wollte Japan seine Emissionen gegenüber 2005 um 20 Prozent senken (Kyodo News). Damals waren die Emissionen vergleichsweise gering.
Allerdings stiegen die Emissionen im Nachgang der Fukushima-Katastrophe auf ein Rekordniveau im Jahr 2013 an. Grund war das Atom-Moratorium nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im März 2011, und dem darauf folgenden Umstieg auf die Energieträger Kohle und Gas. 

Japan wolle den Anteil Fossiler am Strommix von aktuell 90 Prozent auf 55 Prozent bis 2030 senken, zitiert Reuters aus einem Report der japanischen Nikkei-Börse. Allein damit wäre eine Reduktion um 15 Prozent im Vergleich zu 2013 möglich. Laut Angaben der Nikkei-Börsen-Reports wolle die japanische Regierung statt 2005 das Basisjahr 2013 ansetzen.  

Mit der Bekanntgabe ist der Inselstaat einer der ersten, der im Vorfeld des Klimagipfels in Paris konkrete Zahlen für die Reduktion der klimaschädlichen Gase nennt. Zuvor hatten Europa (40 Prozent CO2-Einsparungen gegenüber 1990) und die USA (28 Prozent bis 2015 gegenüber 2008) ihre Zahlen bekanntgegeben. 

In Paris wollen die UN-Mitgliedsstaaten Ende des Jahres einen Nachfolger für das Kyoto-Protokoll verabschieden, in dem verbindliche Klimaschutzziele geregelt sind.