Atomenergie
14.09.2012

Japan steigt aus

Foto: BettinaF/Pixelio

Mehr als ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat die japanische Regierung den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. 2040 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen.

Die Regierung von Ministerpräsident Yoshohiko Noda teilte am Freitag mit, sie werde „alle möglichen Maßnahmen“ ergreifen, um das Ziel der Atomausstieges bis 2040 zu erreichen. Nach Deutschland ist Japan damit die zweite Industrienation, die ohne Atomstrom auskommen will.

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Der Umbau der japanischen Energieversorgung ist eine Mammutaufgabe. Japan bezog bis zur Fukushima-Katastrophe 30 Prozent seines Strombedarfes aus der Kernenergie. Aktuell sind allerdings nur noch 2 der insgesamt 54 Anlagen am Netz. Das Land ist derzeit auf Energieimporte angewiesen. Ministerpräsident Noda kündigte an, dass einige Atomanlagen wieder in Betrieb gehen müsste, um für die Zeit des Übergangs die Stromversorgung zu sichern.

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In Japan formierte sich seit Fukushima zunehmend Widerstand gegen die Atomkraft. Nach dem durch ein Erdbeben und einen anschließenden Tsunami ausgelösten Atomunglück waren im März 2011 alle weiteren Atomkraftwerke des Landes zu Sicherheitsüberprüfungen abgeschaltet worden.

Künftig sollen erneuerbare Energien eine tragende Rolle in der japanischen Energieversorgung spielen. Die Regierung will ihren Anteil an der Stromproduktion bis 2020 auf 20 Prozent verdoppeln. Offshore-Wind soll dabei eine tragende Rolle spielen. Aufgrund seiner geographischen Lage hat Japan ein sehr gutes Offshore-Potenzial. Große Konzerne wie Hitachi, Toshiba oder Mitsubishi planen ihren Einstieg ins Offshore-Geschäft.

Karsten Wiedemann
Keywords:
Atommüll | Kernenergie | Erneuerbare Energie
Ressorts:
Governance

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