Zur Verschlankung der Struktur sollen zum ersten Oktober 2014 die Ebene der Sektoren abgeschafft und das Geschäft in neun statt bisher 16 Divisionen gebündelt werden, darunter die Divisionen Power and Gas, Wind Power and Renewables, Energy Management sowie Mobility.

Personell hat das Konsequenzen. Ab dem 1. August 2014 verantwortet die US-Amerikanerin Lisa Davis, derzeit Top-Managerin beim britischen Shell-Konzern, im Siemens-Vorstand die Divisionen Power and Gas, Wind Power and Renewables und Power Generation Services sowie die Regionen Nord- und Südamerika. Der bisherige Chef der Energiesparte, Michael Süß, scheidet „mit sofortiger Wirkung aus persönlichen Gründen einvernehmlich aus dem Vorstand aus“. Bis Davis die Geschäfte aus den USA leiten wird, übernehmen kommissarisch die Sektorleitung Randy Zwirn und im Vorstand Klaus Helmrich.

Zum 1. Oktober ändert sich dann auch die Geschäftsverteilung im Vorstand. So wechseln zum Beispiel Klaus Helmrich und Siegfried Russwurm ihre Ressortzuständigkeiten: Russwurm wird neuer Technikvorstand und ist dann zuständig für die Regionen Nahost und Russland/GUS. Helmrich übernimmt die beiden Divisionen Digital Factory und Process Industries and Drives sowie die Regionen Europa und Afrika. 

Siemens übernimmt außerdem für 950 Millionen Euro einen Großteil des Gasturbinen-Geschäfts von Rolls-Royce. Zwar produziert Siemens selbst Gasturbinen, diese allerdings für große Gaskraftwerke. Die rechnen sich unter den derzeitigen Marktbedingungen in Deutschland kaum, im Vergleich zu erneuerbaren Energien auf der einen Seite und Kohlekraftwerke auf der anderen Seite. Den Fokus möchte das Unternehmen deswegen künftig auf kleine Gasturbinen, Offshore-Windanlagen sowie verstärkt auch auf die Förderung von unkonventionellen Öl- und Gasvorkommen legen.

Im Bereich Metallindustrie will sich Siemens außerdem mit dem japanischen Industrieriesen Mitsubishi Heavy Industries ab 2015 zu einem Joint Venture zusammenschließen. Ein entsprechender Vertrag ist bereits unterzeichnet. Siemens buhlt darüber hinaus weiter um die Energiesparte des französischen Alstom-Konzerns. Die besseren Karten scheint hier allerdings noch der US-Riese General Electric zu haben.

Vorstandschef Joe Kaeser mit neuer Siemens-Strategie (Siemens)