Desertec-Initiative
05.07.2012

Kabel für den Wüstenstrom

Leoni
Spezialkabel für unterschiedlichste Branchen und Anwendungen.

Autozulieferer Leoni schließt sich der Desertec-Initiative an. Durch eine Vorfertigung der Kabel sinken die Kosten für Wüstenstrom. Denn das Unternehmen verfügt über eigene Produktionsstätten in Nordafrika.

Der Nürnberger Autobauer und Kabelspezialist Leoni hat sich der Desertec Industrieinitiative (Dii) angeschlossen. Die Firma ist damit Teil eines Netzwerks aus über 50 internationalen Unternehmen, die die Desertec-Vision umsetzen wollen. Ziel ist es, den Wüstenstrom vor Ort in Afrika zu nutzen und nach Europa zu transportieren. Laut einer aktuelle Studie vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung aus Karlsruhe können Sonnen- und Windkraftanlagen bis 2050 einen Anteil von über 90 Prozent am europäischen Strommix ausmachen. Zudem könnten die Stromproduzierenden-Länder mit überschüssigem Export-Strom jährlich bis zu 60 Milliarden Euro verdienen. „Wir freuen uns, dass Leoni, der größte Arbeitgeber in Tunesien, neuer assoziierter Partner ist“, kommentiert Dii-Geschäftsführer Paul van Son.

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Insgesamt betreibt Leoni vier Produktionsstätten in Tunesien, drei in Ägypten sowie fünf in Marokko. „Bordnetzsysteme fürs Autos lassen sich bereits seit vielen Jahren nicht mehr in Europa zu wettbewerbsfähigen Preisen herstellen, da die Produktion viel Handarbeit verlangt“, sagt Leoni-Sprecher Sven Schmidt gegenüber BIZZ energy today. Leoni beschäftigt in der Region Nordafrika 25.000 Mitarbeiter. „Nicht zuletzt deswegen sind wir sicher, dass wir uns gewinnbringend in das Desertec-Protec einbringen können“, sagt Klaus Probst, Vorstandsvorsitzender bei Leoni.

Erst kürzlich verkündete der Autozulieferer, auch Ingenieursleistungen und Produkte für Solarthermieanlagen anzubieten. Entscheidend sei jedoch, dass die Technologie billiger werde. Dazu will Leoni einen Beitrag durch günstigere Kabelsysteme leisten: „Die Konfektionierungs- und Installationskosten sinken um rund 75 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Verkabelung und Produktion“, sagt Schmidt. Dabei gebe es keine Solaranlagen „von der Stange“, die Kabel werden passgenau für jedes Kraftwerk vorgefertigt. „Die Installationszeit sinkt dadurch erheblich und der Kabelverschnitt verringert sich um 10 bis 15 Prozent“, so Schmidt. Die Spezialkabel seien in der Wüste besonders harten Witterungsbedingungen ausgesetzt. Die Garantie von 25 Jahren, die Anlagenbauer für ihre Solarkraftwerke geben, müssten jedoch auch von den Kabeln erfüllt werden. Die Kabel werden deshalb mit Elektronen bestrahlt, um die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.

Bereits vor zwei Tagen hat Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) einen bilateralen Vertrag über eine Energiepartnerschaft mit dem marokkanischen Energieminister Fouad Douiri unterzeichnet. Schwerpunkt der Partnerschaft sei der Ausbau erneuerbarer Energien und eine „politische Flankierung des Desertec-Vorhabens“.

NIels Hendrik Petersens
Keywords:
E-Mobilität | Energiepolitik | Solarstrom
Ressorts:
Technology

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