US-Windindustrie
22.06.2017

Kampf um die Lufthoheit

Foto: istockphoto/arinahabich
Windpark in Iowa

Als Reaktion auf den Druck durch die US-Regierung versucht die Windbranche, ihr Image zu verbessern. Besonders im Mittleren Westen schaffe Windenergie mehr Jobs als jede andere Industrie.

Die US Windenergiebranche will mit gezielten Werbekampagnen einen Stimmungswandel zu ihren Gunsten erreichen. Die Branche sieht sich zunehmendem Druck durch die Regierung von US-Präsident Donald Trump und finanzstarker Anti-Windenergie-Lobbygruppen wie The Windfall Coalition ausgesetzt. Die Windgegner argumentieren, dass etwa der Bundesstaat Oklahoma wegen der geltenden Windindustrie-Zuschüsse Mehrausgaben von 373 Millionen Dollar und Steuermindereinnahmen von 243 Millionen Dollar erleide, während der Staatshaushalt ein Defizit von 900 Millionen Dollar aufweise. Zudem würde der Ausbau der Windenergie zulasten von Jobs in der Erdgasindustrie gehen, klagt die Lobbygruppe.

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Die politiknahe Non-Profit-Organisation American Wind Action, die 2016 nach US-Recht gegründet wurde, setzt sich nun mit der Kampagne „True American Power“ zur Wehr. Die ersten beiden gerade veröffentlichten Pro-Windkraft-Werbespots von 30 und 60 Sekunden Länge lehnen sich an die nationalpatriotische Rhetorik von Trump an. Die Windenergiebranche argumentiert dabei, dass sie insbesondere im ländlichen Midwest der USA mehr Arbeitsplätze schaffe und sichere als jede andere Industrie.

"It's American made"

Luke Coady, Angestellter in einer Fabrik für Windanlagenflügel in Newton im Bundesstaat Iowa wird mit den Worten zitiert: „It’s American made and very important for the people in this community and the people in this nation.“ Die Werbespots heben die Bedeutung der Windindustrie aus der Sicht von einfachen und mittleren Arbeitern und Angestellten hervor – also genau jener Gruppe, die Trump bereits im Wahlkampf mit seiner America-First-Rhetorik umwarb. Die Vorstände von American Wind Action, Sam Enfield und Jeff Clark, äußern sich ebenfalls in der neuen nationalpatriotischen Sprechweise: „Wir sind stolz darauf, unsere amerikanische Erfolgsgeschichte von der Versorgung des Landes mit verlässlicher Energie zu erzählen, und von unserem Beitrag zum Wiederaufbau der Nation."

Des Weiteren veröffentlichte American Wind Action Mitte Juni eine Umfrage, der zufolge 70 Prozent der US-Wähler davon überzeugt sind, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien gut für die amerikanische Wirtschaft sei. 55 Prozent glauben, dass diese auch in ihrem Bundesstaat neue Jobs schafft.

Thomas Bauer
Keywords:
USA | Windindustrie | Kampagne | Oklahoma | Iowa | Donald Trump | Washington | Erneuerbare
Ressorts:
Governance | Markets

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