CCS
22.11.2016

Kanada will Kohleausstieg bis 2030

Foto: Saskpower
An Block 3 des kanadischen Kohlekraftwerks Boundary Dam saugen riesige Hauben Abgase für die Abscheidung von CO2 ab.

Während der neue US-Präsident Donald Trump Kohlemeiler am Leben halten möchte, verschärft die Regierung in Ottawa den Druck auf Kraftwerksbetreiber.

 

Anzeige

Kanadas Umweltministerin Catherine McKenna kündigte am Montag für 2030 verschärfte Emissionsstandards an. Sie sollen dazu führen, dass mehr in Kanada so genannte „traditionelle Kohlekraftwerke“ vom Netz gehen, die keine CCS-Technologie verwenden. Beim Carbon Capture and Storage wird CO2 abgeschieden und unterirdisch gespeichert.

„Indem wir traditionellen Kohlestrom aus unserem Energiemix entfernen und durch sauberere Technologien ersetzen, verbessern wir die Gesundheit der Kanadier, stärken das Wohl zukünftiger Generationen und senden ein klares Signal an die Welt, dass Kanada ein hervorragender Ort für Investitionen in CO2-freie Energien ist“, sagte McKenna.

Anzeige

Kohle hatte 2014 einen Anteil von 9,5 Prozent am kanadischen Strommix, Gas- und Ölkraftwerke 10,2 Prozent. Die Regierung hatte zuvor bereits Effizienzstandards für neue Kohlekraftwerke verfügt, bestehende Kohlekraftwerke mussten nach einer Betriebsdauer von 50 Jahren stillgelegt werden. Nach diesen Regularien hätte die Hälfte der kanadischen Kohlekraftwerke auch nach 2030 noch am Netz bleiben können, schreibt die Internationale Energieagentur (IEA).

 

Milliarden-Förderung soll Kapital anziehen

Die neuen Emissionsstandards für bestehende Kraftwerke sollen nun dafür sorgen, dass auch Altmeiler vom Netz gehen oder mit CCS nachgerüstet werden. Unter Umweltschützern in Europa ist die Technologie umstritten. In der Provinz Saskatchewan wurde dagegen bereits 2013 ein Block des Kraftwerks Boundary Dam aus dem Jahr 1969 mit der Technologie ausgestattet.

Ab 2030 soll nach den neuen Plänen der kanadischen Regierung eine Emissionsgrenze von 420 Tonnen CO2 pro erzeugter Gigawattstunde (GWh) Strom gelten. Deutsche Braunkohlekraftwerke stoßen nach Angaben des Bundesumweltamtes durchschnittlich 1.160 Tonnen CO2/GWh aus, bei Steinkohle sind es rund 900 Tonnen. Für Gaskraftwerke sind ebenfalls neue Grenzwerte geplant, die allerdings weniger einschneidend sind.

Bis 2030 will Kanada den Anteil von Strom aus emissionsfreien Quellen von 80 auf 90 Prozent steigern, wozu die Regierung auch die Kernenergie zählt. Fast 60 Prozent des Stroms kommen bereits aus Wasserkraft. Wind-, Solar- und Bioenergie hatten dagegen 2014 nur einen Anteil von 5,1 Prozent.

Vor wenigen Wochen hatte die Regierung zusätzliche Investitionshilfen in Höhe von 21,9 Milliarden kanadischen Dollar (15,4 Milliarden Euro) angekündigt. Damit will die Kanadische Infrastrukturbank privates Kapital anlocken, um Investitionen in Erneuerbare zu finanzieren.

Manuel Berkel
Keywords:
CCS | Kanada | Kohle | Kohlekraftwerk | erneuerbare Energien
Ressorts:

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen