Mit einer Kapazitätsreserve light sollen potenzielle Strom-Engpässen bei einem sonst durch Angebot und Nachfrage geregelten Strommarkt aufgefangen werden können, berichtet die FAZ (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf ein Papier aus dem Ministerium von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Bisher hatte sich Gabriel dafür ausgesprochen, die Preisbildung auf dem Strommarkt allein Angebot und Nachfrage zu überlassen. Wie aus dem Papier hervorgehe, plane der Minister jetzt aber doch die Einführung einer Reserve von vier Gigawatt, die ergänzend zur Netzreserve vorgehalten werden solle. Das entspräche der Leistung von vier bis acht Kraftwerken beziehungsweise fünf Prozent des bundesweiten maximalen Strombedarfs. 

Die Reserve solle im „unwahrscheinlichen Fall, dass trotz freier Preisbildung an der Strombörse kein ausreichendes Angebot existieren sollte“ die bundesweite Versorgungssicherheit gewährleisten. Die Kraftwerksbetreiber seien demnach dazu aufgefordert, einen Tag vor dem möglichen Engpass auf Zuruf ihre Bereitschaft vorzuhalten, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf. Reiche der Strom dann doch, würden die Kraftwerke wieder heruntergefahren. Die Produktionskosten fielen zu Lasten der Energieversorger. Schließlich seien diese dafür verantwortlich, wenn der eingekaufte Strom nicht reiche, so Gabriels Experten.

 

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